Kleines ABC des Bücherkäufers

Die Bibliotheca Botanica möchte Ihnen die Suche und den Kauf eines Buches so angenehm wie möglich machen. Hierzu gehört eine einfache und verständliche Beschreibung. Jedoch hat sich die Verwendung eindeutiger Fachbegriffe auch in unseren Buchbeschreibungen bewährt, da sie leicht erlernbar sind und dann einen besseren Quervergleich der Angebote (auch zwischen Antiquariaten) erleichtern. Bitte beachten Sie aber, dass Kollegen und Gebrauchtbuchhändler nicht immer in derselben Ausführlichkeit beschreiben. Es könnte daher durchaus sein, dass die Wertung eines Buches als "gut" des einen Kollegen durchaus schlechter sein kann als das gleiche Buch in unserem Antiquariat, das wir zum Beispiel mit "gut, etwas bestoßen und beschabt" beurteilen. Für uns ist es wichtig, dass Sie eine möglichst plastische Vorstellung des Buches bekommen und bei einer Kaufentscheidung nicht enttäuscht sind.

Um Ihnen die richtige Entscheidung bei der Auswahl eines Buches aus unserem Katalog zu ermöglichen, haben wir hier zur schnellen Orientierung einige wichtige Begriffe aus unseren Beschreibungen in alphabetischer Folge zusammengestellt und für Sie erklärt. Sollten Sie Begriffe vermissen oder weiter führende Fragen haben, freuen wir uns auf Ihre Nachricht.


Bereibung, Die

Eine Bereibung ist eine durch mechanisches Einwirken anderer Materialien entstandene leichte Beeinträchtigung an der Oberfläche von Schutzumschlag oder Einband. Berieben wird ein Buch regelmäßig selbst bei schonender Behandlung des Buches allein schon durch das Einstellen oder Herausnehmen des Bandes aus dem Bücherregal. Hierbei reiben die Buchdeckel auch bei lockerer Aufstellung zwangsläufig aneinander, wodurch es mit der Zeit zur Abstumpfung glatter oder glänzender Oberflächen und hervorstehender Ausschmückungen, wie etwa bei geprägten Einbanden, kommen kann. Es entsteht ein leichter Eindruck von "Schlieren".

Leichte Bereibungen enstehen teils schon im Buchladen, sie werden daher in der Buchbeschreibung nur erwähnt, wenn sie deutlich zum Gesamtzustand des Buches beitragen, was besonders bei neuwertigen oder sehr guten Büchern neueren Datums Enttäuschungen des Käufers vermeiden helfen kann.


Beschabung, Die

Während eine "Bereibung" den Einband eines Buches lediglich an der Oberfläche beeinträchtigt, ist einen Beschabung schon etwas massiver. Hier wird die Oberfläche in Mitleidenschaft gezogen, sei es durch Kratzer oder Rillenbildung. Von einer echten Beschädigung kann man hier jedoch eigentlich nicht sprechen, eine Beschabung mindert jedoch den Gesamteindruck des Buches. Ist nur der Schutzumschlag beschabt, so geben wir dies gesondert an.


Buchblock, Der

Der Buchblock bildet den eigentlichen Hauptteil des Buches. Er besteht aus den entsprechend der fortlaufenden Seitenzahl aneinander gehefteter und geleimter Papierlagen.

Ein angebrochener Buchblock
Hier spricht man von einem angebrochenen Buchblock

Da das Papier der Buchseiten hochgradig anfällig für Beschädigungen, Verschmutzungen usw. ist, wurde der Buchblock schon immer in schützende Buchdeckel eingebunden. Als Material für die Deckel verwendete man anfangs Bretter aus Buchenholz, woher sich der Name der kompletten Einheit, des Buches, erklärt.

Im Laufe der Zeit kommt es durch häufige Nutzung, oft in Verbindung mit ungeeigneter Lagerung es Buches, zu Beschädigungen des Buchblocks. Besonders gefährdet sind die Vorsätze und die ersten und letzten Seiten, da hier der Druck der Buchdeckel am größten ist. Je nach Grad der Beschädigung spricht man von einem (an)geplatzten oder einem (an)gebrochenen Buchblock. Ein Buchblock ist geplatzt, wenn man zwischen den Lagen bis auf den Rücken hindurchsehen kann, die Stabilität hierdurch jedoch nicht merkenswert beeinträchtigt ist. Bei einem gebrochenen Buchblock ist auch die Bindung in Mitleidenschaft gezogen, so dass die ursprüngliche Festigkeit des Buchblocks nicht mehr uneingeschränkt gegeben ist, er also merklich gelockert ist. Vom angeplatzten oder angebrochenen Buchblock spricht man, wenn die Beeinträchtigung nur einen geringen Teil der Rückenhöhe, also der dem Rücken zugewandten Papierseite betrifft. Eine solcher Schaden am Buchblock beeinträchtigt selbstverständlich den Wert eines Buches, jedoch muss ein Buchblock regelmäßig mehrfach gebrochen sein oder zusätzlich andersweitige Schäden aufweisen, um eine Restaurierung zu rechtfertigen. Da Bücher im Antiquariat nur ein vorübergehendes zuhause haben, bieten wir auch Bücher mit mehrfach gebrochenen Buchblöcken an und überlassen es dem Käufer, ob, wann und in welchem Umfange er Restaurierungen vornehmen lassen will. Wir bieten ihm so die Möglichkeit, das betreffende Buch zunächst günstig zu erwerben und später nach eigenem Ermessen zu entscheiden.

Durch Materialmüdigkeit oder das Eigengewicht des Buchblocks kommte es öfters zu einem "gelockerten Buchblock, der Einband "schwimmt" also etwas um den Buchblock herum. die ursprünglich feste Verbindung existiert nicht mehr. Sollte sich der Buchblock zu sehr gelockert haben, so kann ein Buchbinder die ursprünglche Festigkeit der Verbundes Einband/Buchblock wieder herstellen.


Einband, Der

Der Einband (auch Einbanddecke), also das Material und die Ausführung von Rücken und Buchdeckeln, bestimmen nicht nur unseren ersten Eindruck des Buches, sondern als dauernd sichtbarer Teil auch oftmals "die Wirkung im Regal". Ist die Gestaltung und Ausführung des Einbandes zunächst eine Frage von Zweckbestimmung und Preis, unterliegt das Buch schon seit jeher auch modischen Trends oder sozialen Unterscheidungen. wer es sich leisten konnte, ließ sich seine Bücher nicht nur in feinstes Leder binden, sondern mit aufwändigen Goldprägungen (Fileten) schmücken.

Material Ausführung

Leder

(Ldr, OLdr)

Hardcovereinband. Rücken und Decken sind komplett mit Leder bezogen. Oftmals mit goldgeprägten Fileten. Ist ein solcher Einband mit einer Titel- oder Rückenprägung versehen, so ist dies regelmäßig dann vermerkt, wenn es zum Gesamteindruck des Buches nachhaltig beiträgt.

Halbleder

(Hldr, OrigHldr)

Hardcovereinband. Der Rücken und Teile der Deckel sind in Leder ausgeführt. Die teils übliche Bezeichnung "Dreiviertelleder", die einen Einband bezeichnet, bei dem die Deckel zum überwiegenden Teil mit Leder bezogen sind, verwende ich nicht. Bei der Einbandart Halbleder können ggf. die Buchecken ebenfalls mit Leder bezogen sein. Ist ein solcher Einband mit einer Titel- oder Rückenprägung versehen, so ist dies regelmäßig dann vermerkt, wenn es zum Gesamteindruck des Buches nachhaltig beiträgt.

Leinen

(Lwd, OrigLwd, Dek. Lwd)

Dies sind Hardcovereinbände, die vollständig mit textilen Materialien bezogen sind, unabhängig davon, ob es wirklich Leinen, Buchleinen oder ein anderes Textil ist. Ist ein solcher Einband mit einer Titel- oder Rückenprägung versehen, so ist dies regelmäßig dann vermerkt, wenn es zum Gesamteindruck des Buches nachhaltig beiträgt. Eine solche Prägung kann als Blindprägung, also ohne farbliche Absetzung, oder als Farbprägung ausgeführt sein. Handelt es sich um eine Schmuckprägung, so wird der Einband als "dekoriertes Leinen" beschrieben. Der Zusatz "Privates", eventuell mit einer Zeitangabe (modernes, der Zeit, usw.) weist auf eine Bindung hin, die (teils vermutlich) nicht durch den Verlag erfolgte. Sollten Sie daher Ergänzungen zu mehrbändigen Werken suchen, so senden wir Ihnen gerne Fotos.

Halbleinen

(Hlwd, OrigHlwd)

Hardcovereinband. Fester Einband, als "Halbleinen illustriert" mit Grafiken und/oder Fotos. Der Zusatz "Privates", eventuell mit einer Zeitangabe (Modernes, der Zeit, usw.) weist auf eine Bindung hin, die (teils vermutlich) nicht durch den Verlag erfolgte. Sollten Sie daher Ergänzungen zu mehrbändigen Werken suchen, so senden wir Ihnen gerne Fotos.

Pappband

(Pp, OrigPp, Ill.Pp)

Hardcover-Einband. Fester Einband, als "Illustrierter Pappband" grafisch gestaltet. Fehlt der Zusatz "Original", so ist der Einband (teils vermutlich) nicht durch den Verlag erfolgt, sondern auf Auftrag eines Besitzers. Die Einbände können daher stark variieren. Sollten Sie Ergänzungen zu mehrbändigen Werken suchen, so senden wir Ihnen gerne Fotos zu, damit Sie entscheiden können, ob der Einzelband in Ihre Reihe passt.

Karton

(Ktn, OrigKtn, Ill.OKtn)

Softcover-Einband. Flexibler Einband, als "Illustrierter Originalkarton" mit Grafiken und/oder Fotos. Fehlt der Zusatz "Original", so handelt es sich besonders bei wissenschaftlichen Werken oftmals um eine Bindung mit einfachem Bibliothekskarton.

Broschur

(Br, OrigBr, Ill.Br.)

Softcover-Einband. Flexibler Einband, als "Illustrierte Originalbroschur" mit Grafiken und/oder Fotos geschmückt. Broschur weist auf eher papierähnliche Decke und/oder Heftung mittels Klammern hin. Unbeschnittene Original Broschur war die früher -zumindest bis ins späte 19te Jahrhundert hinein- übliche Auslieferungsform der Verlage, um neben der gebundenen Ausgabe eine preiswerte Alternative zu bieten. Bei den sich teils über Jahrzehnte hinziehenden Herausgaben von wissenschaftlichen Werken erfolgte die Veröffentlichung standardmäßig in broschierten Lieferungen, deren Bindung dann vom Subskribenten beim Buchbinder individuell beauftragt wurde. Oft wurden die vorbereiteten Einbanddecken vom Verlag auch angeboten.

Taschenbuch

(TB)

Softcover-Einband im Kleinoktav/Oktav. Auch bezeichnet als Trade Paperback.


Exlibris, Das

Im Buch angebrachter grafisch gestalteter Besitzervermerk, meistens auf dem vorderen Innendeckel oder Vorsatzblatt. Viele namhafte Künstler haben Exlibris -oft für Ihre Mäzene- gestaltet. Teils als Stempel, regelmäßig jedoch als eingeklebtes Etikett. Je nach Gestaltung und Bedeutung des Besitzers kann ein Ex Libris erheblich zum Wert eines Buches beitragen, ihn im Einzelfall sogar bestimmen. Heute etwas aus der Mode gekommen, aber durchaus noch anzutreffen. Aufgrund des Ideenreichstums der Gestaltung und der sozio-kulturellen Einbindung in die Zeitgeschichte sind Exlibris ein beliebtes Sammelgebiet.


Fadenheftung, Die

Gut sichtbar: die drei Bünde und Lagen

Fadenheftung ist seit Beginn des Buchdrucks das traditionelle Verfahren der Buchherstellung. Hierbei werden die einzelnen Lagen mit Bindegarn zu einem festen Buchblock zusammengefasst, wobei die Stabilität durch Heftung an Bünde, heute auch alternativ Gazestreifen, erhöht wird. Nach der Heftung werden die Lagen mit Leim zu einem festen Buchblock verbunden und dann in den Einband eingehängt, indem die losen Enden der Bünde in die Buchdeckel eingeklebt werden.

Das fadengeheftete Buch lässt sich zum Lesen weit öffnen und bleibt an der aufgeschlagenen Seite offen liegen, da ja nur das jeweils Blatt der äußere Blatt jeder Lage mit dem Rücken verleimt ist. Die restlichen Blätter hängen nur am Heftfaden. dadurch, dass der Faden ohne Verknotung durch die Blätter geführt wird, kann sich der Druck, der beim Aufschlagen der Seiten auf die Heftung wirkt, verteilen, im Gegensatz z.B. zur Klammerheftung. Fadengeheftete Bücher sind daher langlebig. Sollte über die Jahre eine Restaurierung nötig werden, so kann der Buchblock bei Bedarf durch einen erfahrenen Buchbinder zerlegt, neu geheftet und eingebunden werden. Bei neueren Heftungen, die aus Kostengründen nur am Rücken mit Leim verbunden werden, hilft oftmals nur, den defekten Leimrücken abzumessern und neu zu verleimen, Dadurch geht immer etwas Seitenrand verloren.


Filete, Das

Werkzeug des Buchbinders für die Schmuckprägung von Einbänden in Form eines Wiegemessers. Wichtig für das Prägen von Linien und schmalen fortlaufenden Bordüren. Die damit hergestellten Verzierungen werden ebenfalls als Fileten bezeichnet, sie können in Blindprägung belassen oder anschließend von Hand vergoldet werden. Zu erkennen fast immer an den nicht ganz genau aufeinander passenden Nahtstellen zwischen den Abdrücken.


Format, Das

Im Antiquariatshandel werden vorherrschend die traditionellen Maßangaben, die sich aus der Anzahl der Falzungen eines Druckbogen ergeben, verwendet. Da einerseits die Größe des Druckbogens nicht einheitlich war, andererseits auch jeder Buchbinder oder Käufer den Buchblock an den Seitenrändern nach eigenem Gusto (oder überhaupt nicht) beschnitt, können die Angaben nur aproximativ sein. Daher sind auch die unbedruckten Ränder um den Satzspiegel stets unterschiedlich breit, so dass sich gleiche Bücher oftmals in der Größe um mehrere Zentimeter unterscheiden können. So war es im 18ten und 19ten Jahrhundert teils Mode, den Rand stark zu beschneiden, um das Buch handlich zu halten. Daher wird in der Buchbeschreibung regelmäßig erwähnt, wenn es sich um ein “breitrandiges” Exemplar handelt.

Papierbogen Bezeichnung Kurzbezeichnung Größe in cm
1x gefalzt = 2 Blatt
    Großfolio/Imperialfolio
    Folio
gr.2°
höher als ca. 45 cm
bis ca 45 cm
2x gefalzt = 4 Blatt
    Quart/Quarto
bis ca. 35 cm
3x gefalzt = 8 Blatt
    Großoktav
    Oktav/Oktavo
    Kleinoktav
gr.8°

kl.8°
bis ca. 25 cm
bis ca. 23,5 cm
bis ca. 18 cm
4x gefalzt = 12 Blatt
    Duodez
12° kleiner als 15 cm
4x gefalzt = 16 Blatt
    Sedez
16° kleiner als 15 c

Bei Büchern neueren Datums ist die Angabe der Buchrückenhöhe als einziges Maß geläufig. Die Angabe: 20 cm bedeutet also, dass das stehende Buch 20 cm hoch ist. Dem Wunsch vieler unserer Kunden und Interessenten entsprechend haben wir vor einiger Zeit damit begonnen, bei den neu in den Katalog aufgenommenen Gartenbüchern nur noch die Rückenhöhe anzugeben und die traditionellen Maße wegzulassen. Bei ausgefallenen Buchformaten geben wir zusätzlich die Breite an.


Franzband, Der

(Kurzform von "Französischer Einband") ist eine spezielle, aufwändige und teure Art des Ledereinbandes, die wohl in Frankreich zu Beginn des 18ten Jahrhunderts aufkam. Entsprechend der Ausstattung als "Vollleder" oder "Halbleder" unterscheidet man zwischen "Ganzfranzband" und "Halbfranzband". Indem die Buchdeckel direkt an den Buchblock gesetzt und mit den Schnurbünden zu einer festen Einheit verbunden werden, entsteht ein sehr stabiles Ganzes, das abschließen mit Leder überzogen wird. Erkennbar ist der Franzband am tiefen Falz in den Vorsätzen und am mit dem Buchblock fest verbundenen Rücken. Diese feste Verbindung bewirkt, dass sich der Rücken dem Öffnen des Buches anpassen muss. Bei häufigem Gebrauch führt dies mit zunehmender Alterung des Leders zu Längsfalten im Rücken, ähnlich den Lesefalten bei Taschenbüchern. Wurde das Leder nicht mit geeigneten Mitteln geschmeidig gehalten, so zeigen sich diese Falten zunehmend brüchig.


Gelenk, Das

Die Stelle zwischen Buchblock und Einband, an der beide zusammenstoßen, wird als Gelenk bezeichnet. Ein Buch besitzt also ein vorderes und ein hinteres Gelenk. Die Gelenke werden durch den Vorsatz abgedeckt und bilden das Scharnier zwischen Buchdeckel und Inhalt. Diese Stelle ist das Vorsatzpapier besonderer Belastung ausgesetzt, so dass es irgendwann im Leben eines Buches dort einreisst oder sich schlicht auflöst. Hierzu tragen besonders bei Gartenbüchern auch die Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede zwichen Buch uind Umgebung bei. Ist das Papier über die ganze Buchhöhe gerissen, so spricht man vom "geplatzten" Gelenk, anderenfalls vom "angeplatzten" Gelenk. In beiden Fällen ist die Stabilität des Buches hierdurch nicht beeinträchtigt, es ist eher ein ästhetisches Problem. Auch solche Mängel sind jedoch preismindernd anzusetzen.


Klammerheftung, Die

Die Klammerheftung kam in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung auch der Buchproduktion auf. Sie war leichter mechanisierbar und damit kostengünstiger als die bis dahin vorherschende Fadenheftung. Hierbei wird die jeweilige Lage mittels Heftklammern an einem Gazerücken festgetackert und dann zu einem Buchblock verleimt. Die Klammerheftung ist nicht nur wesentlich starrer als die Fadenheftung, was leider häufig dazu führen kann, dass das innerste Blatt der Lage, also dasjenige, das den Druck der Heftklammer über die Breite der Heftung tragen muss, dem Druck nicht standhält. Besonders, wenn auch noch ein minderwertiges Papier verwendet wurde. Auch kann sich über die Jahre Rost auf den Klammern bilden, was zu unschönen Verfärbungen im Klammerbereich führen kann, im schlimmsten Fall auch zu Durchrostungen und der Auflösung des Buchblockes. Hier kann es oft sinnvoll sein, die Klammern zu entfernen die Bindung durch eine Fadenbindung zu ersetzen. Es ist müßig, die Unzulänglichkeit der Klammerheftung aus bibliophiler zu bedauern: Die industrielle Produktion ermöglichte den einkommensschwachen Familien den Zugang zu Wissen, was besonders bei Gartenbüchern nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, da der Anbau im eigenen Garten viel zur Verbesserung der Ernährungssituation dieser Familien beigetragen hat. Obwohl diese Schriften teils recht hohe Auflagen erzeilen konnten, sind sie teilweise nur noch in recht kleinen Stückzahlen erhalten. Was sich wiederum aus dem hohen Gerauchswert derselben erklärt. Es lohnt sich also zu prüfen, ob eine (teure) Neubindung nicht doch angemessen sein kann.


Reihenwerk, Das

Als Reihenwerk oder Schriftenreihe bezeichnet man eine offene unter einem Sammeltitel erscheinende Edition, welche unter einem Gesamtbezug stehende Einzelwerke in loser oder regelmäßiger Folge umfasst, für deren Qualität ein namhafter Herausgeber verantwortlich zeichnet. Das Konzept der Reihenwerke erleichtert dem Käufer die Orientierung, da einheitliche Aufmachung und Ausstattung ein übergreifendes gleichbleibendes Qualitätsniveau signalisieren. Im Unterschied zum Sammelwerk sind beim Reihenwerk weder Gesamtumfang noch endgültige Anzahl der Titel von vorneherein bekannt. Von den Periodika unterscheidet sich ein Reihenwerk dadurch, dass die Einzelbände thematisch in sich geschlossen sind und in Umfang und Preis variieren.

Das bekannteste Reihenwerk für Gartenamateure ist sicher die  "Lehrmeister Bücherei" (vorher "Lehrmeister Bibliothek"), deren kleine wohlfeile Bändchen seit über 120 Jahren in deutschen Haushalten zu finden sind. Das ursprünglich die Themen "Garten- und Kleintierhof" adressierende Konzept umfasst schließlich  weit über 1000 Bände und nahezu alles, was unter dem Begriff "Heimwerken und Hobby" zusammen gefasst werden kann.

Allen Fachleuten hingegen ist die Reihe " Grundlagen und Fortschritte im Garten und Weinbau" bekannt, deren hervorragende Autoren wissenschaftliche Aktualität und Praxisrelevanz verbürgten.


Sammelwerk, Das

Kennzeichen eines Sammelwerkes (auch als Lieferwerk bezeichnet) ist sein Erscheinen über einen Zeitraum und dass seine Endlichkeit von vorneherein beabsichtigt ist. Erst nach der letzten Lieferung ist das Gesamtwerk damit abgeschlossen. Da sich die Herausgabe von Sammelwerken regelmäßig über einen längeren Zeitraum, nicht selten über Jahrzehnte erstrecken kann, ist es nicht unüblich, dass nach geplantem Abschluss noch ein oder mehrere Nachträge erscheinen. Die Gründe dafür, ein Werk als Sammelwerk herauszugeben sind vielfältig. In der Regel ist es eine Mischung aus kommerziellen und publizistischen Gegebenheiten. Zum Einen muss der Verlag auf der Produktionsseite die Honorare der Autoren, die zu den ersten Teilen des Werkes beigetragen haben, bezahlen, zum Anderen können die oft (abschreckend) hohen Gesamtkosten eines Sammelwerkes so in für die Käufer "verdau-" und finanzierbare Tranchen aufgeteilt werden.

Die einzelnen Lieferungen eines Sammelwerkes können aus abgeschlossenen Einzelbänden bestehen (dies ist etwa bei lexikalischen Werken üblich) oder aus einzelnen Kapiteln oder Sachgruppen, die erst im nach Lieferung der letzten entsprechenden Teillieferung zu einem Band gebunden werden. Dies ist regelmäßig bei wissenschaftlichen Werken der Fall, wenn die Bearbeitung der Kapitel oder Teilgebiete auf mehrere oder zahlreiche Verfasser aufgeteilt wurde. Hier ist auch damit zu rechnen, dass einzelne Bände über Jahre nicht gebunden werden können, weil die letzte für einen Einzelband benötigte Abschlusslieferung erst lange Zeit nach dem Erhalt der ersten Lieferung fertiggestellt wird. Dies kann dazu führen, dass bei antiquarischen Sammelwerken nicht nur die in Einzelbänden verwendete Papierqualität von Lieferung zu Lieferung unterschiedlich ist, sondern dass auch einzelne Lagen unterschiedliche Erhaltungsqualität haben können. Exemplarisch für die Sammelwerke der Gartenliteratur seinen hier genannt:

  • Grohmann, Ideen-Magazin für Liebhaber von Gärten, Englischen Anlagen und für Besitzer von Landgüter. Leipzig, 1797-1802
  • Das Werk erschien in 48 chronologischen Lieferungen, die jeweils 8 bis 10 Kupferstiche enthielten und in 4 Bänden zu binden waren. Der damalige hohe Preis von 2 Talern pro Heft macht deutlich, dass das Erscheinen in Einzelheften eine ökonomische Notwendigkeit des Verlages war. Die Hefte erschienen anfänglich regelmäßig, später -auch zeitgeschichtlich bedingt- etwas unregelmäßig. Während die ersten Lieferungen auch in einer zweiten Auflage erschienen, sind die letzten Lieferungen seltener.

  • Greiner, Der große ADAC-Ratgeber Garten. München, 1995-97
  • Das Sammelwerk des ADAC-Verlages erschien in 14 Einzelbänden, die von den Mitgliedern des ADAC-Verlages abonniert werden konnten. Marketingtechnisch ging der Verlag so vor, dass das sich das Mitglied den ersten Band der Reihe, als neudeutsch "Teaser" zu einem extrem günstigen Preis zu Ansicht zuschicken lassen konnte. Schickte es den Band nicht zurück, so erhielt das Mitglied automatisch auch den Folgeband. Da der Bezug des Sammelwerkes jederzeit gestoppt werden konnte, machten sehr viele ADAC Mitglieder von der Möglichkeit Gebrauch und erhielten den ersten Band "Sommerblumen" der damit eine sehr hohe Auflage erzielte, ja sogar nachgedruckt wurde.

    Der große ADAC-Ratgeber Garten

    Die 14 Deckel des kompletten Sammelwerks

    Mit jeder Lieferung hatte der Abonnent eine thematisch abgeschlossenes Monografie in der Hand. Im weiteren Verlauf nun beendeten immer mehr Abonnenten den Bezug der weiteren Lieferungen (was aus unserer Sicht kaum an der Qualität der Bände gelegen haben konnte), so dass die späteren Bände immer kleinere Auflagen hatten. Daher ist die vollständige Reihe der 14 Bände relativ selten zu erhalten.

  • Zehle u.a., Zimmerpflanzen von A - Z. München, ca. 1980-85.
  • Der Meister-Verlag ist auf die Herausgabe von Loseblattwerken spezialisiert, die in monatlichem Abonnement erscheinen und immer aus einigen gelochten Faltblättern bestehen, die jeweils ein Thema oder eine Pflanze abgeschlossen behandeln, jedoch aus unterschiedlichen Bänden und Kapiteln des Gesamtwerkes zusammengesetzt sind. Die in Loseblattform in Ringbüchern gesammelten Karten haben durchaus praktische Vorteile. Auch hier besteht die erste "Teaser"-Lieferung aus immer den gleichen Blättern, die zusammen mit dem ersten (leeren) Ringbuch und dem Gesamtregister bestehen. Das Sammelwerk besteht aus etwa 1.000 Farbkarten, die in Lieferungen von etwa 20 Stück in monatlicher Folge versandt werden, ist verständlich, dass viele dieser Abonnements vorzeitig gekündigt werden, vollständige Werke, die immerhin ein Durchhaltevermögen von etwa fünf Jahren vorausgesetzt haben, also sehr selten sind.

  • Schneider/Gröning, STOLO. Bibliographische Findmittel zur Gartenkultur. Worms, 2007-
  • Die auf 10 Bände aufgelegte Reihe ist ein Mammutvorhaben der Gartenliteratur und will nichts anderes sein als ein "Verzeichnis bio-bibliographischer und sonstiger bibliographischer Findhilfen und Literaturquellen zur Geschichte und Theorie der Gartenkultur nebst angrenzender Gebiete in Mittel- und Westeuropa". Bisher (2012) sind Band 1 bis 3 erschienen. Wann allerdings die nächsten Bände erscheinen werden, ist noch völlig offen, da die beiden Herausgeber im Laufe der Forschungen von der Fülle der zu verarbeitenden Quellen überrascht wurden und auch die Zukunft der weiteren Förderung durch die DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft) wohl nicht gesichert ist. Da jeder Band die gartenbibliographischen Findmittel eines Landes behandelt, steht zumindest für die beiden Länder Italien und Schweiz jeweils ein abgeschlosenes Referenzwerk zur Verfügung. Wann und ob das Gesamtvorhaben jemals wie peplant verwirklicht wird, ist heute noch nicht absehbar.

Satzspiegel, Der

Als Satzspiegel wird in der Typografie die Nutzfläche auf der Seite eines Buches, einer Zeitschrift oder anderen Druckwerken bezeichnet. Der Satzspiegel wird begrenzt durch die Stege, also durch die unbedruckten Abstände zwischen dem Satzspiegel und dem Rand. Die Spalten (Kolumnen) mit Text, Grafik oder Bild gehören immer zum Satzspiegel. Auch der so genannte „lebende Kolumnentitel“, der neben der Seitenzahl auch noch kurze Angaben über den jeweiligen Kapitelinhalt enthält, wird zum Satzspiegel gerechnet; ebenso Fußnoten. Dagegen gehört der „tote Kolumnentitel“, der lediglich die Seitenzahl enthält, nicht zum Satzspiegel. (Quelle: Wikipedia)

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