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Bibliotheca Botanica |
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Die Tulpe in der Gartenliteratur
Welchen Reiz das Blättern und Lesen in alten Gartenbüchern haben kann, möchten wir Ihnen ansatzweise vermitteln, indem wir im Folgenden Passagen aus alten und neueren Gartenbüchern wiedergeben, die sich mit einem Kleinod des "Lustgartens" befassen: mit der Tulpe. Seit Jahrhunderten beliebter und begehrtrer Farbakzent der Gärten, ist sie natürlich auch seit jeher fester Bestandteil der Gartenliteratur. Machen Sie mit uns eine Zeitreise und erleben Sie einen Ausschnitt aus der Geschichte der Gartenkultur. Orthographie, Zeichensetzung, Absätze und Diktion werden Sie schnell in die jeweilige Epoche versetzen. Wenn Sie dabei Appetit darauf bekommen, sich intensiver mit Gartenbüchern zu beschäftigen, so empfehlen wir uns als der richtige Ansprechpartner. Die überschriften entsprechen den im jeweiligen Buch eingesetzten. Es handelt sich um eine willkürliche persönliche Auswahl. Besonders in den neueren Büchern wird die Tulpe oft nur unter dem Oberbegriff Zwiebel- und Knollengewächse abgehandelt. Falls ich dort keinen passenden Absatz finden konnte, habe ich diese Bücher nicht berücksichtigt, um den Rahmen dieser Seite nicht zu sprengen. Gleichzeitig gibt Ihnen diese übersicht einen kurzen Einblick in den Stil des jeweiligen Autoren. Vielleicht entdecken Sie den Stil und die Ausdrucksform, die Ihnen am meisten zusagt. Dann schauen Sie doch mal im Katalog, ob dort noch andere seiner Werke angeboten werden - oder sprechen Sie uns an.
17. Tulipen. Das ganze Regiment der itzo bekanten Tulipen aber bestehet nach C. B. Rechnung in XXXVII Arten/ die doch so viel Veraenderungen unter sich haben/ daß man ihrer 144. zehlen kann. Die erste Abtheilung kann genommen werden von der Zeit/ nach welcher sie fruezeitig bluehen/ Tulipa praecox, hat XI: oder langsamer/ Tulipa dubia, hat V: oder spaet/ Tulipa ferotina, hat neun Arten. Die ander Abtheilung ruehret her von der Groesse/ nach welcher etliche gantz niedrig von Stengel bleiben/ Tulipa pumilio, hat V. Arten: etliche aber kleine Blumen bringen/ Tulipa minor, hat VII. Sorten Die Farbe der Blumen belangend/ selbe ist erstlich einfach: und solches wiederumb entweder in den Hauptfarben/ als gelb/ roth/ weiß/ gruen/ blau: oder in derselbigen Nebenfarben/ als weißgelb/ citronengelb/ pomerantzengelb/ saffrangelb/ ziegelroth/ zinoberroth/ purpurroth/ braunroth/ schneeweiß/ milchweiß/ silberweiß/ aschweiß/ und so ferner. Zum anderen ist sie gedoppelt oder eingesprengt: als gelb und roth/ roth und weiß/ weiß und gruen/ und dergleichen so mancherley Gattung/ dass es scheinet/ die Natur habe hierin alle Malerey uebertreffen wollen. Und zwar aus dieser Quelle sind entsprungen die seltsamen Zunamen der Tulipen/ mit welchen sich die Frantzoesische und Niederlaendische Gaertner erlustigen/ indem sie die Außtheilung nach den ersten Liebhabern solcher Blumen/ oder nach den eigenen Namen ihrer Provinzen/ Generalen/ Admiralen/ oder auch auswaertigerPotentaten eingerichtet. Als: [es folgte eine doppelseitige Aufzählung von Tulpennamen]. Unter solcher Menge aber sind meines Erachtens wenig/ welche diese nehesten Jahr ueber im hiesigen Churfuerstlichen Lustgarten nicht sollten gesehen worden seyn: wie da dessen ein gut Zeugnis giebet das Theatrum Tuliparum, welches auff der Churfuerstlichen Bibliothec hieselbst vorhanden/ und im Jahre 1661. von mir zusammen getragen worden/ bestehende allbereit aus 126. Stueck Tulipen/ welche nach dem Leben in vorigen Jahren von guter Hand hieselbst mit zierlichen Farben gezeichnet worden. Alldieweil aber ietzt erzehlte Namen keine deutliche Kentnis geben/ so wollen wir nach C. B. Anleitung folgende XXI. Arten/ jedoch ihre Veraenderungen nicht mit gerechnet/ auch allhier beneben anfuehren. [Es folgt eine Sortenliste und zweieinhalb Seiten Pflanz- und Pflegeanleitung] Weil in Erkauffung der Zwiebeln von Tulipanen/ und dergleichen Blumwerck viel Betrug unterlauffen/so ist dieses ein Mittel/ nicht betrogen
zu werden/ wenn man in einen Garten kommet/ da sotante Waare zu kauff. Nemlich/ lasset euch diejenige Blumen/ die euch gefallen/ mit sambt den Zwiebeln aus dem
Erdreich in eurer Gegenwart ausheben/ und nehmet sie mit nach Hause. Ferner druecker einer jeden den Stengel oben hart unter der Blumen mit zween Fingern also/
daß der Stengel etwas welck werde: darnach hänget das gantze Gewaechs uembgekehrt auff/ so daß die Zwiebel oben/ und die Blume unten komme. Solcher gestalt ziehet
die Zwiebel allgemach den Safft aus dem Stengel nach sich/ und erhält sich dadurch/ als durch ihre Nahrung/ etliche Monate/ bis ihr sie bequem wieder ins Erdreich
versetzen koennet: jedoch muss da Gemach etwas lufftig seyn. Deßgleichen kann man auch wol eine bluehende Tulipane ausgraben/ die Zwiebel absondern/ sie in
frischem/ doch trucknen Sande in einem lufftigen Keller verscharren/ und sie daselbst/ bis auff die Zeit der Einsetzung/ ohn Schaden auffheben.
Von denen Tulipanen. Von dem Unterscheid derer Tulipanen/ und ihren Gattungen. Herr Menage sagt, daß die Tulipanen oder Tulipen urspruenglich aus der Tuerckey seyen; und werden dieselbige Tulipanen genennet/ weil sie einiger Masse mit der Figur eines Turbans oder Tuerckischen Bunds uebereinkommen/ welchen letztern die Italiaener Tulipano nennen. Obwohl alle Tulipanen nur von einerley Art (nemlich Tulipen) sind/ so giebts doch gewißerlich vielerley Gattungen darunter/ als weisse und gelbe; Die gemeine rothe sind auch Tulipen/ aber von dreyerley Gattunge/ die unter den drey Gattung ihre Farbe niemals aendern/ und sind die allergemeineste/ aber auch die geringschaetzigste sind. Man sieht auch sonst andere von unterschiedlicher rothen Farbe/ einige sind etwas dunckel in der Farbe/ andere aber etwas heller; einige haben einen schoenen Glantz/ andere hingegen sind hierinnen etwas schwaecher: Wann sich nun unter diesen Gattungen eine oder die andere finden/ deren Grund-Farbe verstaendigen Blumen-Liebhabern anstehet/ und ist wie sie seyn soll/ so lassen sie dieselbige Saamen tragen/ und von diesen Saamen kommen die beste Farben her. Man findet daß die Tulipen von zweyerley Art oder Natur sind/ als die fruehe und dann die spaethe: Es ist auch noch eine andere Gattung zu sehen/ die man mittaegige oder mittlere nennen kan/ weil sie zwischen denen ersten und letzten zu bluehen pflegen. Von allen diesen dreyen Gattungen sehen wir von unterschiedenen Farben. [...Insgesamt widmen sich 51 Seiten den Tulpen](aus Neue Unterweisung zu dem Blumen-Bau, 1705). Tulipa ist ein Zwiebel-Gewächse/ so jährlich durch dero junge Bruth oder abgesetzte junge Bulben vermehret und fortgepflantzet wird/ auch von Saamen
gezogen/ so aber langsam zugehet. Nach der Ordnung von dieser Blumen zu handeln/ und dem geliebten Leser den gründlichen Bericht mitzutheilen/ ist dieses vors
Erste/ daß/ wenn ein Liebhaber deselbigen gesinnet/ von diesen Blumen/ sonderlich der rar-und schönsten/ so man aus Holland kommen lässet/ in seinen Garten gerne
haben wil und pflantzen/ daß er fuer allen Dingen den Ort betrachte/ oder wo er es selber nicht verstehet/ solchen durch einen erfahrnen Gärtner beobachten lasse/
ob er zu solchen Dingen tuechtig; denn unter den gemeinen rohten und gelben Tulipanen/ und denen Hollaendischen ein grosser Unterschied ist; denn die Gemeinen
moegen wohl geringe Erdreich und Wartung haben; dargegen die Hollaendischen eine viel bessere und sorgfältigere Wartung erfordern/ weil die so viel edler und zaerter
seyn. Und ist nicht gnug/ daß mancher sage: Tulipanen sind ein Geschlechte/ und ist kein Unterschied unter ihnen/ wo eine geringe kann wachsen/ auch wohl eine gute.
Ich aber sage Nein dazu/ und nehme die Erfahrung zum Zeugen/ daß eine geringe Tulipan leicht ein Land und Ort haben mag/ da sie waechset/ auch wohl in schatticht-
groben und ungebautem Erdreich ihre Blumen bringen/ und wie die Erfahrung mit sich bringet/ wo solche gemeinen Blumen gestanden/ daß man sie nicht wieder vertilgen
kann; dagegen aber die Hollaendischen und Zarten/ wenn sie schon alle Jahre zur rechten Zeit werden ausgenommen/wieder zur rechten Zeit versetzet/ das Erdreich nach
Moeglichkeit verbessert/ und also an ihnen gethan wird/ was moeglich ist/ dennoch wohl gantze Laender voll / sonderlich/ wenn ein feuchter/ nasser Winter ist/
verfaulen und abstehen/ wie mir es denn offt mit nicht geringen Schaden geschehen. Darum/ wenn ein Liebhaber/ wie oberwehnet/ Tulipanen/ so kostbar seyn/ in seinem
Garten haben will/ er wohl beaobachte/ ob das Erdreich darzu tuechtig sey; hat es keine Sonne/ so ists nicht zu rahten/ ist der Boden steinicht/ ist auch nicht zu
rathen/ denn solcher verursacht Kaelte/ und dadurch verfaulen die rare und edle Tulipanen; ist der Boden leimich/ dient eben so wenig wegen der Faeulnueß. [...
6 Seiten, 12 Spalten beschäftigen sich mit der Tulpe] Tulipanen. Ist fast unzehlicher Art und Farben/ als wie die Negelein/ deren man ueber hunderterley zehlen koennte; Weil es aber zu
weitlaeufig wuerde/ ihre besondere Namen alle hier zu specificiren und zu benennen/ als habe solches uebergehen/ und die Liebhabere auf groessere Buecher/
welche ein mehrers davon geschrieben/ verweisen wollen; wir aber fuehren nur das noethigste hier an. Sie floriren theils im Mertz/ und theils erst im May
nachdem sie tieff oder hoch stehen/ nachdem kommen sie frueh oder spat; Nach Jacobi nimt man sie aus/ trocknet und verwahret sie/ bis in die dritte Wochen/
oder wohl gar bis mitten in den September/ in einem schattichten Ort/ hernach setzt man sie im wachsenden Liecht in ein geschlachtes/ aber nicht mit Mist
gedunktes/ sondern mit Sand vermengtes Erdreich/ wieder ein/ dann von dem Dungfaulen die Zwiebeln; man ziehet sie aus ihren Saamen/ allein es gehet sehr
langsam zu/ jedoch wer die Gedult hat/ darauf zu warten/ der kann hierdurch allerley schoene Farben ueberkommen/ daß ihm also sein langes Warten nicht dauern wird.
Die Farben derselben sind roth/ gelb/ weiß/ schwartz/ welche letztere man aber in solcher Farbe selten allein siehet: Angeregte Farben haben haben entweder nur
einzechtig/ welches nicht fuer schoen gehalten wird/ oder auf mancherley Weise und Gattung/ auf das allerschoenste und kuenstlichste untereinander gemenget/ also/
daß theils gestreiffet/ teils gestriemet/ theils geflammet/ u.s.f. seyn; sie lieben einen freyen trucknen Ort/ nicht zu fett und nicht zu mager/ daß auch die Sonne
den Ort recht bescheinen koenne. Doch man muß sich in Acht nehmen, daß der Nord-Wind ihnen keinen Schaden thue/ ueber das so soll der Grund nicht sehr naß
und fett seyn/ damit die Zwiebeln in demselben nicht verfaulen/ und dadurch die schoene Farbe verlieren; Im nassen Ort muessen sie nicht eingesetzet werden/
damit-sie/ wie gedacht/ nicht verfaulen/ oder im Winter desto eher ausfrieren. [...], Die Tulipanen werden in vielerley Sorten eingetheilet, nemlich in solche, welche im Frueling bluehen, in mittlere und spate, welche nach der Jahrs-Zeit ihres Flors unterschieden, ingleichen in Farben-Tulipanen, von welchen man den Saamen einsammlet, und endlich in bundfaerbige, so an denen Enden eingefaßt, welche die schoenste sind. Die Farben-Tulipane wird diejenige genannt, welche ohne Unterbrechung oder Vermischung reine und nette Farben hat; die bundfaerbige aber ist gestreifft, und mit
vielen andern Farben eingefaßt. Diejenige,welche alle Jahre nett und lso unverruckt gestreifft kommt, wird die ausbuendig schoene genennet.
Bei den Tulpen nimt ihre Schönheit ab, wo sie nicht alle Jahre ausgenommen werden. Wil man in der genauen Zeit sie ausnehmen, nicht irren; so verrichte man dieß alsden, wenn ihre Blätter und Stengel gelblicht geworden sind. Solches kann man auch bei andern Zwiebelgewaechsen beobachten. Das Laub schneidet man sodan einen Zol hoch ueber den Zwiebeln weg. Hat man den Raum; so breitet man sie in einem luftigen Zimmer so aus einander, daß sie sich nicht beruehren. Mit dem Ausgange des Herbstmonats, und bis um Martini, werden sie wieder grpflanzet. Man leget sie nemlich bei trocknem Wetter, in eine mittelmaessige mit etwas Sand vermischte Erde, bis 5 Zol tief, und decket ein leichtes Erdreich darueber. Vornemlich verlangen die Tulpen einen leichten und magern aber wohl umgegrabenen Boden. Von starkem Düngen werden ihre Zwiebeln klein, mat, und schimlicht. Sehr wohl aber gerathen sie, wenn man die alte Erde, worin sie das vorige Jahr gestanden, einen Fus tief wegnimmt, und an deren Platz ein Erdreich bringet, das wenigstens ein Jahr ungebraucht, und mit einem wenigen verfaulten Kuhmist untermenget, gelegen hat. [...] Den Tulpen ist es auch schaedlich, wenn man ihnen, gleich nach der Bluete, die Samenstengel wegschneidet. Jede Tulpenzwiebel, die eine Blume gebracht hat, vergehewt. Will man von diesem Gewaechse den Samen aufnehmen, und kuenftig saeen, so mus es von den weissen und
rothgesprengten geschehen, sonderlich, wenn sie blaue Boden haben. Die gelbe und rothe variiren nicht. Es taugen auch die spaete Blumen besser zum Samentragen,
als die fruehen. [...] Tulpe, Garten-Tulpe. L. Tulipa Gesneriana. Bechst. S.529. Klasse 6.Ordn. 1. Gewaechse mit 6 Staubfaeden und einem Stempel. Diese Blume wurde in der Mitte des 16ten Jahrhunderts aus Constantinopel nach Teutschland gebracht, und vorzüglich durch einen deutschen Gelehrten Gesner bekannt gemacht, von dem sie auch wohl den Linneischen Namen Gesneriana hat. Sie wurde in Holland so beliebt, daß man Beyspiele weiß, daß eine Tulpenzwiebel mit 2000 bis 5000 holländischen Gulden ist verkauft worden. In dem gräflichen Garten zu Pappenheim will man einmal 5000 verschiedene Sorten zusammen gehabt haben. Noch sind die hollaendischen Blumisten die einzigen, die sich mit der so mühsamen Erziehung der Tulpen aus dem Saamen abgeben, und eben dadurch die große Mannichfaltigkeit dieser Blumen zuwege gebracht haben. Man bemühe sich nur um gute Zwiebeln, sie müssen aber alle Jahre ausgenommen und ihnen ein neuer Standort zugewiesen werden, da hingegen die gemeinen Tulpen nur alle
drey Jahre versetzt zu werden brauchen. Die beste Erde fuer die Tulpe ist: drey Theile gute fette Gartenerde (nur kein Mist) und ein Theil Flußsand durch ein
Drahtsieb gelaufen. Vierzehen Tage nach Michaelis ist die Pflanzzeit, und man legt dann in diese praeparierte Erde fuenf bis sechs Zoll tief die Tulpenzwiebeln,
aber, nicht wie geoehnlich, thue man solches mit der Hand, sondern mit einem Pflanzholze, wie schon erwaehnt worden, s. Hyazinthe. [...] Tulpen. Wird man schwerlich in kleinen Gärten viel anbauen; will man aber blos einige einfarbige Sorten, so ist das nicht mühsam. Man kann
dieselben viele Jahre auf dem nämlichen Platze stehen lassen, auf welchem sie gestanden haben. Bunte und andere von den Liebhabern sehr geschätze Sorten,
müssen jährlich frisch gelegt werden. Man fängt um Michaelis schon an die Zwiebeln 6 bis 8 Zoll tief bey trockener Witterung einzulegen, (welche man nachder Reife
des Saamens ausgenommen hat) und fährt damit so lange fort, als es die Witterung erlaubt. Man verfährt bey Behandlung der Tulpen eben so wie bey Behandlung der
Hyacinthen. Tulipa Gesneriana L. Gemeine Tulpe. Gehört in die erste Ordnung der sechsten Classe. Tulipa biflora L. Zweyblumige Tulpe. Mit linien-pfriemenförmigen Blättern, und einem etwa sechs Zoll hohen, aufrechten, glatten, mit zwey gleichbreiten, zurückgekrümmten, rinnenförmigen Blättern besetzten Stängel, welcher gewöhnlich zwey, auch wohl mal drey gelbe Blumen trägt. Blühet im May. Tulipa sylvestris L. Wilde Tulpe. Mit schmalen lanzettförmigen Blättern, und einem einblumigen glatten Stängel, welcher eine gelbe, vor der Blüthe überhängende Blume trägt, welche spitze, und an der Spitze bartige Blätter hat. Blühet im May, auch wohl schon früher.
Tulipa,Tulpe. Die gemeine Tulpe (T. gesneriana L.) ist wegen der prachtvollen Farben
ihrer Blumen und wegen der Mannigfaltigkeit der Zeichnung, die ihre unzählbaren Spielarten darbiethen, noch immer eine der geschätztesten Zierpflanzen. Nach der
Blüthezeit unterscheidet man gewöhnlich Frühtulpen und Spättulpen. Erstere sind weniger zahlreich, und im Allgemeinen weniger schön von Farbe, und werden daher auch
nicht so geschätzt, als die letztern; sie haben indessen den Vorzug, daß sie sich besser zum Treiben eignen. Eine scharfe Grenzlinie existirt übrigens zwischen diesen
beyden Abtheilungen kaum; indem die verschiedenenSorten allmählich nach einander ihre Blüthe entwickeln, und bey einer vollständigen Flor kein Zeitpunct eintritt, wo
nicht diese oder jene Sorte blühete. Die Sorten mit gefüllten Blumen haben vor den andern den Vorzug, daß ihre Blüthe längere Zeit dauert. Tulipa; Tulpe.
Die Tulpe (Tulipa Gesneriana). - Um neue Varietäten zu erhalten, erziehen erfahrene Blumisten die Tulpen aus Samen. Da
die jungen Zwiebeln aber oft vor dem fünften bis siebenten Jahre nicht blühen, so ist diese Art von Vermehrung für Liebhaber sehr unvorteilhaft. Selbst wenn die
aus Samen erzogenen Tulpen blühen, so erzeugen sie in den ersten zwei oder drei Jahren nur einfarbige Blumen und lassen natürlich in diesem Zustande viel zu wünschen
übrig. Um bei Tulpen die Erzeugung glänzender und bestimmter Farben herbeizuführen, welche in Betreff der Schönheit der Blumen den Anforderungen der Blumisten
entsprechen, unterwirft man sie einem plötzlichen Wechsel des Bodens, des Klimas und der Behandlung. Einmal werden sie in dem dürftigsten Boden gehalten, wobei man
ihnen nur so viel Wasser verabreicht, daß sie am Leben bleiben, dann versetzt man sie in den fettesten Boden und giebt ihnen Wassers die Fülle. Um eine Veränderung
des Klima's zu bewirken, ließen früher manche Blumenliebhaber ihre Tulpen zuweilen zwanzig oder mehr Meilen von dem Orte, wo sie erzogen wurden, kultivieren und
nahmen sie später von dort wieder zurück in ihre heimatliche Luft. Diese mühsame und unwissenschaftliche Methode hat schon längst rasch einem geeigneteren Verfahren
Platz [gemacht]. Hiernach bringt man die jungen Zwiebeln vermittelst Bodenwärme, Wasser und wiederholtes Versetzen dahin, daß sie im zweiten Jahre blühen und bestimmt
ausgesprochene Farben annehmen. [...Insgesamt widmen sich 4 Seiten den Tulpen] Tulipa Gesneriana. und T. suaveolens - Gartentulpe. Man hat davon eine große Anzahl von Abarten in allen möglichen
Schattierungen und Farben, bei denen nur die rein blaue Farbe fehlt. Es ist gut, sie jedes Jahr aufzunehmen und wieder im Hebst zu pflanzen; jedoch schadet es nicht,
wenn sie auch einmal ein Jahr stehen bleiben, wobei das Beet nach der Blüte mit anderen Blumenarten besetzt wird. Tulpenzwiebeln werden im Oktober 6 Zentimeter tief gepflanzt, kleine Sorten mit 12, mittlere mit 15, große und hohe mit 18 Zentimeter Abstand. Die Tulpenbeete werden vor Frost durch aufgedecktes Reisig von Wacholder oder Fichten geschützt. Sind die Blumen abgeblüht, dürfen die Zwiebeln noch nicht gleich herausgenommen werden; die Blütenstengel werden dann abgeschnitten, aber die Blätter müssen bleiben, bis sie von selbst eingehen, dannerst werden die Zwiebeln ausgehoben, scharf getrocknet und trocken aufbewahrt. Nährstoffreicher, aber milder Lehmboden sagt den Tulpen gut zu, außerdem brauchen sie, wenn sie eine Reihe von Jahren kräftig bleiben sollen, viel kurzen Dünger. Niedrige Sorten mit kleineren Blumen sind die frühen Duc van Tholl-Sorten, die besonders in leuchtend scharlach, gelb, weiß und einigen Zwischenfarben zu haben sind. Etwas höhere Sorten (30 Zentimeter), auch noch frühblühend, sind: Jost van Vondel, La Reine, Weißer Schwan, welche weiß blühen; Vermillon und Maas, leuchtendrot; La Précieuse, rot und weiß gestreift; Thomas Moore, rosa; Grand duc, rot mit gelbem Rand; Van der Neer, violett. Die genannten Tulpen blühen einfach; schöne gefüllte Sorten sind: La Candeur. weiß; Murillo, leuchtendrosa; Vuurbaak, tieffeuerrot; Veronika, dunkelrot mit gelbem Rand; Prince d#39;Orange, gelbrot (schwachwüchsig). Die Preisverzeichnisse bieten eine große Zahl von Sorten an; man achte auf Blütezeit, Farbe und Höhe bei gemischten Pflanzungen.Eine besondere Art, welche 50 bis 70 Zentimeter hoch wird und in den letzten Jahren sehr verbessert wurde, sind die "Darwin-Tulpen". Wüchsige schöne Sorten sind:
Psyche, rosa; Prinzesse Elisabeth, karminrosa; Königin der Niederlande, tiefrot; Ariadne, feuerrot; Europa, karmin. "Papagei-Tulpen" sind interessant durch
Blütenform, streifigbunte Farben; sie blühen später als die niedrigen Sorten. Tulipa Greigii hat große, schwarzrote Blätter und spätblühende, große orangerote
Blumen. Tulipa Foersteriana, mit grünen Blättern und großen Blumen, der vorgenannten ähnlich. Auch die Rembrandt-Tulpen mit getuschten Blütenfarben, etwa 35
Zentimeter hoch, sind sehr beachtenswert.
Die Tulpe (Tulipa) ist eine der ältesten Zwiebelblumen des Gartens und auch eine der beliebtesten. Wir können uns wohl keinen Frühlingsgarten ohne die vielfarbigen, hohen, niedrigen, formschönen und meist auch duftenden Tulpenblüten vorstellen. Tulpenzwiebeln werden im Oktober gelegt, und zwar etwa 10 cm tief, kleine Sorten mit 13, mittlere mit 15, große und hohe mit 18 cm Abstand. Die Tulpenbeete werden
vor der Frostzeit mit Tannen- oder Fichtenreisig abgedeckt. Sind die Blumen abgeblüht, dürfen die Zwiebeln noch nicht gleich herausgenommen werden; die Blütenstengel
werden dann abgeschnitten, aber die Blätter müssen bleiben, bis sie von selbst eingehen, dann erst werden die Zwiebeln ausgehoben, getrocknet und aufbewahrt. Das
herausnehmen bedeutet aber immer eine Störung, deshalb sollten wir bei durchlässigem Boden die Zwiebeln besser an Ort und Stelle lassen. Auf alle Fälle brauchen
Tulpen, wenn sie eine Reihe von Jahren kräftig bleiben und reich blühen sollen, viel kurzen Dünger. [...]
Tulipa, Tulpe (Liliengewächs) Wo Tulpen "ungezähmt" in Naturgartenpartien wachsen dürfen, können - ja sollen sie ruhig an ihrem Platz bleiben. Nur so entwickeln sie sich nämlich zu jenen schönen, starken Büschen, wie man sie vor allem bei den niedrigen Wildtulpen liebt. […] Nebenbei: einfache, nicht zu hohe Tulpen sind im Garten langstielige Exemplare, die leicht vom Wind zerzaust und durch die Schwere ihrer Blütenköpfe vom Regen
geknickt werden. Im übrigen bieten die Tulpen zahllose Möglichkeiten gartenkünstlerischer Behandlung und farblich überzeugender Eingliederung in andere
Pflanzengemeinschaften. Allerdings sollten sie in diesem Falle nie einzeln, sondern immer in Trupps zu mindestens einem Dutzend eingefügt werden, was ihrer Eigenart
die schönste Bildwirkung sichert. [...]
Tulpe (Tulipa) In Holland, wo der leichte Sandboden und die Nähe des Meeres das altbekannte Tulpenparadies schufen, kann man vieles von den Züchtern lernen. Die
wichtigsten Punkte sind: niemals eine Tulpe in Samen gehen lassen, sondern den Blütenkopf sogleich nach den Tagen der Hochblüte abbrechen. Dies kräftigt die Zwiebel.
Zweitens: beim Legen der Tulpenzwiebeln die Stelle im Garten wechseln. Der Boden wird tulpenmüde. Nach etwa drei Jahren - er hat inzwischen andere Pflanzen getragen
und ernährt - ist er wieder aufnahmefähig für Tulpen. Das muss man wissen. Und erlebt man die Beglückung im Frühling einmal in Holland die Tulpenfelder zu sehen - es
ist wirklich ein großes Erlebnis - so versäume man nicht, ein paar der Züchter in ihren anspruchslos wirkenden Glashäusern zu besuchen. Sie zeigen gerne ihre besonbderen Seltenheiten,
auf die sie stolz sind, wie auf ein Kunstwerk. Es sind auch wahre Herrlichkeiten, die man zu sehen bekommt. Von der riesenhaften Tulpenglocke auf kurzem hellgrünem
dicken Stiel, zur Zwergtulpe, von ihr wieder zur Darwintulpe auf meterhohem Stengel in ganz ungewöhnlichen Farben. Was sah ich dort für farbige Züchtungen aus den
gewöhnlichen Papageientulpen! Tulipa, die Tulpe. Familie der Liliengewächse.
Tulpen über Tulpen zu sprechen, heißt bei manchem Gartenfreund, Eulen nach Athen zu tragen.
Trotzdem muß darüber gesprochen werden, denn ohne Tulpen wird der Frühling im Garten nur unvollkommen einziehen und zudem ist das Thema "Tulpe" so unendlich
mannigfach zu variieren, dass auch für den Kenner immer Neues entsteht. Nicht die Frage der Sorten ist entscheidend, da in jeder Gruppe oder Rasse praktisch alle
Farben der Skala rot-gelb-weiß vorkommen, sondern das Spiel mit den einzelnen Gruppen, um zu immerblühendem, leuchtendem Frühling zu kommen.
Tulpe (Tulipa gesneriana) Liliaceae - Liliengewächs. Im Vorderen Orient und in Persien ist die Tulpe bereits seit mehr als tausend Jahren bekannt und beliebt. Im sechzehnten Jahrhundert hielt sie ihren Einzug bei uns in Europa und darf heute in keinem Garten mehr fehlen. Durch intensive Kreuzung und Züchtung der zahlreichen Wildsorten verfügen wir jetzt über ein umfangreiches Sortiment der verschiedensten Sorten. Diese hier einzeln zu beschreiben, würde zu weit führen. In den Herbstkatalogen der Versandgärtnereien kannst du dir Jahr für Jahr neue, schöne Sorten aussuchen. Ich möchte dir nur die verschiedenen Klassen nennen, die vorwiegend angeboten werden.ausgezeichnet zum Schnitt verwenden. Es gibt darunter sehr wohlriechende Arten. Die gefüllten, frühen Tulpen sind auch außerordentlich frühblühend, werden etwa 30 cm hoch und eignen sich vorzüglich zur Grabbepflanzung, für Beete, Rabatten und zum Schnitt. Die Darwin-Tulpen sind ausgesprochene Schnitt-Tulpen, die eine Höhe von 60 bis 75 cm erreichen. Sie blüehen nach den beiden erstgenannten Sorten in einem zauberhaften Farbenspiel. Noch langstieliger sind die Breeder-Tulpen. Sie sind als ausgesprochen spätblühend anzusprechen. Die Triumpf-Tulpen blühen zur gleichen Zeit wie die Darwin-Tulpen, werden aber nicht ganz so hoch und sind deshalb auch zur Beetpflanzung noch sehr gut zu verwenden. Lilienblütige Tulpen sind durch ihre hübsche Blütenform beliebt, ebenso die Papageien-Tulpen, die durch ihre bizarren Blütenformen aufffallen. Außer den genannten Klassen gibt es noch eine große Menge botanischer Tulpen, die sich vorwiegend für den Steingarten eignen, und kein Liebhaber sollte versäumen, sich von diesen Sorten einige zu besorgen. Tulpenzwiebeln sollten nur im Herbst, je nach Sorte 10 cm tief gepflanzt werden. Sie überwintern ohne Schutz, ich empfehle jedoch immer gern, auf die Pfanzstellen eine Schicht Torfmull auszubreiten. VorwitzigeTulpen, die schon im Herbst aus der Erde gucken, bekommen dann nicht so leicht die häßlichen, braunen Spitzen. Außerdem kann die Herbstsonne nicht direkt auf den Boden einwirken und die Zwiebeln zu verfrühtem Austrieb verlocken. Merke auch bei Tulpen: Niemals viele Jahre nacheinander auf das gleiche Beet bringen. Bodenmüdigkeit und Krankheiten führen dann leicht zu hohen Verlusten.Ein bis zwei Jahre kannst du die Zwiebeln an Ort und Stelle stehenlassen. Dann mußt du sie aber, wenn das Laub abgestorben ist aus der Erde nehmen, den Sommer über
kühl und trocken aufheben und im Herbst erneut einpflanzen. Tulpe Tulipa - Liliaceae, Liliengewächse. Winterharte Zwiebelgewächse. Vorderasien. Sonne, Halbschatten,
Schatten. Für Rabatte, Beete, Steingarten, Wildtulpen in Trupps unter Sträucher, frühe Gartentulpen für Gräber, Balkon, Treiberei. Stengel einfach, wenig beblätter.
Blätter linealisch bis breit linealisch-lanzettlich. Blüten glockig, meist einzeln. Schnittblumen. Wird fortgesetzt und mit weiteren Bildern illustriert. |