Wer ist (oder war) eigentlich ...?

Bei der Auswahl eines geeigneten Gartenbuches wird es in aller Regel hilfreich sein, etwas mehr über den Verfasser und seinen beruflichen Hintergrund zu wissen. So sind bei einem Gartenarchitekten andere Informationen und Schwerpunkte zu erwarten als bei einem Kunsthistoriker. Bei einem Botaniker wiederum dürfen wir mehr wissenschaftliche Präzision erwarten als bei einem Gartenjournalisten (Obwohl dies keinesfalls ein ehernes Gesetz ist). Wir hoffen daher, Ihnen mit den folgenden Kurzportraits bei Ihrer Entscheidung zu helfen. Sie wollen eine ausführliche Biographie nicht ersetzen und können nicht alle Verdienste aufzählen. Die Auswahl ist rein subjektiv. Wenn Sie Autoren vermissen, geben Sie uns bitte einen entsprechenden Hinweis oder besser noch: Schicken Sie uns doch ein entprechendes Portrait, das wir gerne in der Liste berücksichtigen. Sie werden in der Liste einige Namen ohne weitere Details finden. In diesen Fällen arbeiten wir noch daran, die erforderlichen Daten zu ermitteln. Dies ist trotz vieler recherchen in Literatur und Internet nicht immer einfach. Wir danken daher für Ihre Geduld.
Ergänzend findne Sie auch links zu weiterführenden Seiten.

Für Verbesserungsvorschläge, Korrekturen oder Ergänzungen sind wir jederzeit dankbar und freuen uns.

A   B   C   D   E    F    G    H    I    J    K    L    M    N    O    P    R    S    T    U    W    Z    

 

A

Allinger, Gustav (*3.November 1891 in Lauffen am Neckar; †1974 in Bonn) Nach Lehren u.a. im Gartenamt Köln bei Fritz Encke dort anschließende, durch Wehrdienst unterbrochene, Tätigkeit als Gartentechniker, daneben erste Lehr- und Vortragsaktivitäten. Als Gartenarchitekt Realisierung von Gärten, Freizeitanlagen, Friedhöfen und Gartenschauen. Während der NS-Zeit Verbandstätigkeit als Stellvertretender Führer der "Deutschen Gesellschaft für Gartenkultur e. V." und Mitarbeit an diversen Projekten, u.a als Landschaftsgestalter im Zuge des Baues der Reichsautobahn Berlin-Stettin. Ab 1952 bis zu seiner Emeritierung Inhaber des ältesten deutschen Lehrstuhls für Gartenkunst und Landschaftsgestaltung an der TU Berlin. Im Vordergrund seiner Publikationen steht die Gartenarchitektur und deren Entwicklung. Bedeutend und auch heute noch mit Genuss zu lesen "Der deutsche Garten", München 1950, das spannend und plastisch in die deutsche Gartengestaltung einführt. Weitere populäre Schriften sind "Das Gartenheim", München 1953, "Schöne Wohngärten in Stadt und Land", München 1955. In "Das Hohelied von Gartenkunst und Gartenbau", Berlin/Hamburg 1963, zeichnet Allinger eine Kulturgeschichte der Gartenbauausstellungen. Ausführlicher Lebenslauf.

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B

Backeberg, Curt (*2.August 1894 in Lüneburg; †14.Januar 1966) Exportkaufmann und botanischer Autodidakt. Durch eine Zufallsbekanntschaft wurde sein Interesse an den Kakteen geweckt und sein kaufmännischer Instinkt veranlasste ihn, zwischen den Jahren 1928 und 1938 auf ausgedehnten Reisen Kakteen zu suchen, um sie entweder in eigenem Namen oder für die Firma Kakteen Haage nach Deutschland zu importieren. Diese Reisen finanzierte er unter anderem durch Bücher über seine Reisen, so z. B. "Kakteenjagd zwischen Texas und Patagonien", Berlin 1930, die durch ihre Mischung aus Abenteuer, Erlebnisbericht und botanischen Details eine große Verbreitung fanden. Von 1951 bis 55 war er Konservator des "Jardin Botanique Les Cèdres" in St. Jean, Cap Ferrat. Dort begann er mit der Vorbereitung seines "Kakteenlexikon", dessen Erscheinen 1966 er nicht mehr erlebte. Nicht alle seine Klassifizierungen und Einteilungen waren nach wissenschaftlicher Überprüfung haltbar, dennoch kommt ihm der unbestrittene Verdienst zu, das erste umfassende Werk über die Cactaceae verfasst zu haben.

 

Bernatzky, Aloys (*01.April 1910 in Leobschütz/Schlesien; †27.Januar 1992 in Frankfurt a. Main). Gartenarchitekt und Landschaftspfleger. Studierte an der TH Berlin bei Heinrich Wiepking Jürgensmann, dessen Auffassung zu Landschaft und Umwelt prägend wirkte.

 

Bertsch, Karl (*1878 in Dormettingen; †) Realschullehrer, Dr. rer. nat. h.c.. Verfasser zahlreicher populärer und zumeist mehrfach aufgelegter Bücher zur Flora Südwestdeutschlands, Pollenanalyse und Pflanzengeschichte, u.a.: "Flora Südwest-Deutschands", "Geschichte des deutschen Waldes", 1940, "Geschichte unserer Kulturpflanzen", (zus. m. s. Sohn Franz Bertsch, †1944), 1947, "Der Wald als Lebensgemeinschaft", 1947, und "Moosflora von Südwestdeutschland", Stuttgart 1949.

 

Betten, Robert (*1861; †1916). Redakteur der Zeitschriften "Praktischer Ratgeber im Obst- und Gartenbau", Frankfurt (Oder), und "Erfurter Führer im Obst und Gartenbau", Erfurt. Die von ihm verfassten Bücher decken ein breites praktisches Spektrum ab und sind für Blumenfreunde und Kleingartenbesitzer leicht verständlich geschrieben. Das Bändchen ""Das Mistbeet", erstmalig um 1901 erschienen, wurde bis 1935 immer wieder neu aufgelegt. Während das Buch "Die Rose, ihre Anzucht und Pflege", Frankfurt (Oder) 1897, auch heute noch jedem Rosenliebhaber zu empfehlen ist, ist das Heft ""Neueste Versuche und Erfahrungen mit dem Karbolineum als sicheres Mittel gegen Blutlaus, Krebs und Brand, gegen Fusikladium und Ungeziefer aller Art", Erfurt 1906, wohl eher für einen kleinen Kreis von Pomologen und Phytomediziner interessant.

 

Böhmig, Franz Gärtner und Fachberater. 1964 erschien sein Buch "Rat für jeden Gartentag", Radebeul, das sich in vielen Auflagen als eines der wichtigsten Standardwerke in der DDR durchsetzte und auch in Gesamtdeutschland (28.Aufl. Stuttgart 2013) weiterhin gefragt ist.

 

Böhnert, Erich (*9.Januar 1894 in Allenstein; †29.Dezember 1960 in Berlin). Gärtnerische Lehre bei Erich Wocke, zuletzt ord. Professor für Blumen- und Zierpflanzenbau an der TU Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter (gemeinsam mit Siegfried Schuster) das über Jahrzehnte führende Lehrbuch "Die Gärtnermeisterprüfung", 1. Aufl. Berlin 1935. In der Reihe "Grundlagen und Fortschritte im Garten- und Weinbau" publizierte er 1938 die beiden Bände "Die wichtigsten Erkennungsmerkmale der Nadelgehölze" und "Die wichtigsten Erkennungsmerkmale der Laubgehölze im winterlichen Zustande", beide Stuttgart. Mit seinem populären Ratgeber "Blühende Blumen im Zimmer und im Garten", Wiesbaden 1954, prägte er die häuslichen Blumenfenster des deutschen Wirtschaftswunders mit.

 

Boerner, Franz (*9.Mai 1897 in Berlin; †1.März 1975 in Darmstadt) Gärtner und Dendrologe. Leiter mehrerer Botanischer Gärten (u.a. in Dorpat, Estland), zuletzt von 1947-65 Inspektor des Botanischen Gartens in Darmstadt. Geschäftsführer und anschließend Präsident der Deutschen Dendrologischen Geselschaft. Zahlreiche bedeutende dendrologische Veröffentlichungen, so ""Laubgehölze, Rosen und Nadelgehölze", 1938, "Taschenwörterbuch der botanischen Pflanzennamen", 1.Aufl. Berlin u. Hamburg 1951, "Blütengehölze für Garten und Park", 1.Aufl. Darmstadt 1957, "Nadelgehölze für Garten und Park", 1969. Auch überarbeitete er Fitschens "Gehölzflora". Sein Name steht für botanisch korrekte dennoch flüssig gut lesbare Texte, auf deren Aussage sich der Leser immer verlassen kann.

 

Portrait von Johannes Böttner d. Ä.Boettner, Johannes d.Ä. (*3.September 1861 in Greußen; †28.April 1919 in Frankfurt/Oder). Gelernter Gärtner (u.a. bei Nicolas Gaucher), erfolgreicher Handelsgärtner und langjähriger Herausgeber der Zeitschrift "Praktischer Ratgeber im Obst- und Gartenbau", die im Trowitzsch Verlag, Frankfurt/Oder, erschien. Dort verlegte er auch seine eigenen Schriften. Ohne Zweifel gehört Boettner zu den gärtnerisch bedeutenden Praktikern des 19. Jahrhunderts. Mit viel Einfaltsreichtum und Energie war er ständig bemüht sowohl kommerzielle als auch private Gärtnerei voranzutreiben und durch Erweiterung und Verbesserung ihrer Anbaumethoden die Vielfalt an Gewächsen und die Erträge zu erhöhen. So erwarb er sich Verdienste z.B. durch die Verbreitung der Tomate und des Rhabarbers in deutschen Gärten und propagierte unermüdlich den Anbau von Buschobst. Seine zahlreichen Schriften richten sich an die breite Bevölkerung und zeichnen sich durch treffende (oft humorvolle) Texte und für seine Zeit (detail)reiche Bebilderung aus. Sein Hauptwerk, das auch heute noch zur Standardlektüre jedes Nutzgärtners gehören sollte, "Gartenbuch für Anfänger" erreichte 32 Auflagen. Das besondere Merkmal seiner zahlreichen Schriften ist ihre Authentizität. Nichts, was er schreibt ist Theorie, vielmehr hat alles Hand und Fuß und ist von ihm auch praktisch vollzogen und erfahren worden. Daher widmet er sich den Problemen des Kleingärtners ebenso wie den grundsätzlichen Verfahren des gewerblichen Gärtners. Zander schreibt 1952: "... Durch die zahllosen Anregungen, die er gab, förderte er das Kleingartenwesen in bedeutendem Maß und wußte es so zu lenken, daß diese Gartenfreunde die wertvollste Kundschaft der Erwerbsgärtner wurden. Die Erwerbsgärtner selbst wußte er nach dahin zu lenken, daß sie sich auf den Anbau solcher Pflanzen einstellten, die vor allem von den unendlich vielen Kleingärtnern benötigt wurden." (Nicht zu verwechseln mit seinem Sohn, Johannes Boettner d. J. (1889-1970), der zwar auch gelernter Gärtner und Gartenarchitekt war, jedoch nicht durch eigene gärtnerische Publikationen oder Leistungen sondern durch seine führende Rolle in den gartenbaulichen Organisationen der NSDAP, u.a. als Führer der "Deutschen Gesellschaft für Gartenkultur e. V.", in Erinnerung ist.)

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C

Caspari, Fritz (*22.September 1883 in Mannheim; †04.November 1964 in Wilhelmsfeld). Promovierter Metallurg. Pionier des Ökologischen Landbaus. In seinem Werk "Fruchtbarer Garten", Seebruck am Chiemsee 1948, fasste er seine in den Jahren seit 1933 erworbenden Erfahrungen im biologischen Gartenbau praxisnah zusammen. Wie auch Gertrud Franck und Ewald Könemann lag ihm am Herzen, breiten Bevölkerungsschichten die natürlichen Vorgänge im Garten wieder ins Bewusstsein zu bringen. Daher sind seine Texte sehr verständlich und nachvollziehbar.

 

Chatto, Beth (*27. Juni 1923; lebt in Colchester). Gärtnerin und Gartendesignerin, die besonders durch ihre Kiesgärten weltweit bekannt wurde. Gewann 10 Goldmedaillen bei der Chelsea Flower Show. Ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und sind sehr gesucht. Eine Auswahl aus ihren Titeln: "Im grünen Reich der Stauden. Der neue englische Staudengarten." Stuttgart, 1991. "Der Kiesgarten", Stuttgart, 2000.

 

Portrait von J.L. Christ

Christ, Johann Ludwig (*18.Oktober 1739 in Öhringen; †19.November 1813 in Kronberg im Taunus). Dorfpfarrer, zuletzt Oberpfarrer in Kronberg. Sein auf langjähriger praktischer Erfahrung beruhendes Werk "Von Pflanzung und Wartung der nützlichsten Obstbäume", Köln 1791, (spätere Auflagen unter dem Titel "Handbuch über die Obstbaumzucht und Obstlehre") kann als Grundlage der systematischen Pomologie in Deutschland angesehen werden. Ein Klassiker wurde der 1813 erstmals gedruckte Band "Allgemein-praktisches Gartenbuch für den Bürger und Landmann über den Küchen- und Obstgarten". 1841 erstmals durch Eduard Schmidlin überarbeitet und mit einem dritten Teil über den Blumengarten ergänzt, folgten ab 1876 weitere Überarbeitungen durch Eduard Lucas und Friedrich Lucas bevor 1930 eine letzte Aktualisierung in 24. Aufage erfolgte. Christ erkannte die Notwendigkeit, die bisher eher regional und zufällig betriebene Obstbaumvermehrung nach klaren Anforderungen zu strukturieren und die Bestände durch gezielte Sortenauswahl leistungsfähiger und resistenter zu machen. In diesem Zusammenhang betrieb er auch eine Obstbaumschule, deren Erzeugnisse er seinen Lesern zur Verbesserung ihrer Pflanzungen zur Verfügung stellte. Insgesamt veröffentlichte er wohl etwas über 30 Schriften zum Obstbau.

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D

Dahl, Jürgen (*18.Oktober 1929 in Moers; † 6.Oktober 2001 in Kranenburg). Buchhändler und Jourmalist, der sich mit den Themen Wildpflanzen, Naturgarten und Ökologie beschäftigte und seine Beobachtungen zunächst in stets anregenden und kreativen Artikeln und regelmäßigen Kolumnen in den Zeitschriften wie "Flora, "Die Zeit" und "Natur" veröffentlichte. Dabei griff er zumeist Themen aus seinem eigenen Garten, dem Lindenhof bei Kleve, auf, mit denen er in bester journalistischer Tradition fast investigativ auseinandersetzte. Dabei wusste er seine Leser durch neue Blickwinkel zu überraschen und trotz kritischer Gedanken zu unterhalten. In der Folge entstanden aus den gesammelten Kolumnen so auflagenstarke Bücher wie: "Der unbegreifliche Garten und seine Verwüstung", 1984, "Nachrichten aus dem Garten", Stuttgart 1985, "Neue Nachrichten aus dem Garten", Stuttgart 1987, "Zeit im Garten", Hamburg 1991, "Der neugierige Gärtner", 1998. Seine Werke gehören zum Besten, was in literarischer Form in deutscher Sprache geschrieben wurde und sollten in keiner Gartenbibliothek fehlen.

 

Davidis, Henriette (*1.März 1801 in Wengern; †3.April 1876 in Dortmund) hat nur ein einziges Gartenbuch veröffentlicht. Das Wirken der Autorin war geprägt durch ihre Erfahrungen. Wie schon ihr epochales Kochbuch ist das Gartenbuch gedacht als Hilfestellung an junge Frauen und als konkreter Ratgeber bei der Verwirklichung ihres persönlichen Glücks. Insofern sind ihre beiden Bücher ein wichtiger Beitrag zur praktischen Emanzipation. Davidis hatte bemerkt, dass es vielen jungen Frauen des sich bildenden Proletariats an den entsprechenden Kenntnissen fehlte, die zur Führung eines eigenen Haushaltes erforderlich waren. Da diese jungen Frauen natürlich auch über keine materielle Mitgift verfügten, waren deren Chancen auf Bildung einer eigenen (klein)bürgerlichen Familie sehr gering. Nachdem sie mit dem Kochbuch die Grundlagen einer bürgerlichen Haushaltsführung in leicht verständlicher Form dargestellt hatte, erweiterte sie mit ihrem Gartenbuch den Wirkungsraum der (Haus)Frauen um die Vorstufe des Kochens, die Versorgung aus dem eigenen Haus- und Küchengarten. Der eigene Gemüsebau sollte nicht nur die Grundlage einer gesunden Ernährung, sondern auch des wirtschaftlichen Wohlstands der Familie sein. Beschränkten sich die ersten Auflagen auf den Nutzgarten, so lag es der Autorin ab der 6. Auflage am Herzen, den Frauen über den praktischen Nutzen hinaus auch konkrete Tipps für ihre Rolle als "Hausmutter" zu geben, indem Sie in den Kapiteln über den Blumengarten und häuslichen Blumenschmuck die Bedeutung eines gepflegten Heimes für die sittliche Familie unterstreicht und gestalterische Grundlagen vermittelt. Ihr Buch ist ein wichtiges Dokument der deutschen bürgerlichen Gartenkultur.

Portrait von A.F.A. Diel

Diel, August Friedrich Adrian (*4.Februar 1756 in Gladenbach; †22.April 1839 in Diez). (Kur)Arzt in Bad Ems und bedeutender Pomologe. Beschäftigte sich wie sein Zeitgenosse Christ mit der systematischen Erfassung und Zuordnung der Obstsorten. 1796 erschien sein erstes Werk "Über die Anlegung einer Obstorangerie in Scherben und die Vegetation der Gewächse", Frankfurt, das bis 1805 insgesamt 4 Auflagen erlebte. 1818 veröffentlichte er die Zusammenfassung seiner langjährigen Erkenntnisse in seinem Hauptwerk "Systematisches Verzeichniß der vorzüglichsten in Deutschland vorhandenen Obstsorten, mit Bemerkungen über Auswahl, Güte und Reifzeit für Liebhaber bei Obstanpflanzungen", Frankfurt, das die Grundlage aller weiteren pomologischen Forschungen in Deutschland bildete. Neben seinen Schriften zur Pomologie war er auch Verfasser einiger medizinischer Publikationen.

 

Dochnahl, Friedrich Jacob (*4.März 1820 in Neustadt a. d. Weinstraße; †18.Juli 1904 ebenda). Gelernter Gärtner und Baumschulbesitzer. Verfasste einige Werke zu Pomologie, Garten- und Weinbau, wobei oftmals die Systematik im Vordergrund seines Ansatzes stand. Sein diesbezüglich wichtigstes Werk war "Der sichere Führer in der Obstkunde auf botanisch-pomologischem Wege, oder, Systematische Beschreibung aller Obstsorten" das in 4 Bänden von 1855 bis 60 in Nürnberg erschien und den seit Diels "Systematischem Verzeichnis" enorm angewachsenen Wissenstand der Pomolgie berücksichtigte. Mit der "Bibliotheca Hortensis", Nürnberg 1861, schuf er die grundlegende Bibliographie der deutschsprachigen Gartenbücher seit 1750.

 

Duthweiler, Swantje (*1968; lebt in Freising). Nach Ausbildung zur Staudengärtnerin Studium der Landschaftsarchitektur an der Universität Hannover. Freischaffende Landschaftsarchitektin und seit November 2009 Professorin für Pflanzenverwendung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Schon für Ihre Diplomarbeit (Farbsequenzen – Gestaltung einer ehemaligen Bahntrasse bei Gevelsberg mit einer Übersicht über die Geschichte der Farbplanungen in der Gartenarchitektur) erhielt sie 1996 den Förderpreis der DDG. Ihre Dissertation "Neue Pflanzen für neue Gärten", Worms 1995, wurde 1996 als bestes Buch zur Gartengeschichte mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet.

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E

Ehmke, Franz (*08.Februar 1929 in Berlin; lebt in Berlin). Gelernter Garten- und Landschaftsgestalter, Illustrator und Publizist.

 

Encke, Friedrich August Ernst (genannt Fritz) (*5.April 1861 in Oberstedten; †12.März 1931 in Herborn). Nach der Ausbildung zum Gärtner absolvierte er von 1880 bis 1882 ein Studiium an der Königlichen Gärtner-Lehranstalt Potsdam, an die er nach beruflicher Tätigkeit in England und in Deutschland 1890 als Lehrer für Gartenkunst zurückkehrte, zuletzt mit dem Titel eines Königlichen Gartenbaudirektors. Von dort 1903 als Gartendirektor nach Köln berufen, konnte er seine Ideen vom Volkspark entwickeln und in der Folge in einer Vielzahl von Projekten u.a. bei der Umwandlung des Festungsgürtels mit Konrad Adenauer verwirklichen. Neben zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften fasste er seine Ansichten und Entwürfe zur Gestaltung privater Gärten in seinem 1907 erschienenen Buch "Der Hausgarten", Jena, zusammen.

 

Encke, Fritz Joseph (*1.August 1904 in Köln; †4.März 2002 in Greifenstein/Hessen). Direktor des Palmengartens in Frankfurt am Main. Autor einiger Handbücher zum professionellen Zierpflanzenbau: "Die Topfpflanzenkultur in der Erwerbsgärtnerei", 1952. Seit 1954 unterstützte er Robert Zander bei der Herausgabe des "Handwörterbuch der Pflanzennamen" (7.Auflage). Nach dessen Tode übernahm er die Herausgabe zusammen mit weiteren Experten. In zahlreichen populären Büchern (u.a. "Pflanzen für Zimmer und Balkon", Stuttgart 1952 (ab 1966 unter dem Titel "Zimmerpflanzen"), "Pflanzen für Blumenfenster und Kleingewächshäuser", Stuttgart 1962, und "Kübelpflanzen", Stuttgart 1982, gelang es ihm, sein Expertenwissen in allgemeinverständliche Sprache umzusetzen. Fast alle Bücher Enckes erschienen im Verlag Eugen Ulmer.

 

Eipeldauer, Anton (*25.Februar 1893 in Maires bei Zlabings, Mähren; †17.Oktober 1977 in Wien) Gelernter Gärtner und Publizist. Sein Wirken galt dem (klein)bürgerlichen Garten. Der Kleingarten lag ihm auch in der langjährigen Tätigkeit als Hauptschriftleiter der österreichischen Zeitschrift "Nach der Arbeit" am Herzen. In seinen Büchern ist er bestrebt, gärtnerisches Fachwissen in verständlichen Worten und Bildern einem breiten Leserkreis zu vermitteln. Seine unkomplizierte auch für den Normalbürger verständliche Ausdrucksweise trug zu dem großen Erfolg seiner Bücher im deutschsprachigen Raum bei. Zusammen mit dem österreichischen Gartenarchitekten Albert Esch veröffentlichte er 1929 das kleine Bändchen "Der zeitgemäße kleine Garten", im gleichen Wiener Scholle-Verlag 1948 "Gartenland als Stütze der Ernährung", "Obstbau im Siedler- und Kleingarten" und "Gemüsebau im Selbstversorgergarten".

 

Elsholtz, Johann Sigismund (*26.(28?) August 1623 in Frankfurt (Oder); †28.(19?) Februar 1688 in Berlin). Leibarzt und seit 1659 "Praefectus hortorum", des Großen Kurfürsten. Verfasser eines der ersten Gartenbücher in deutscher Sprache: "Vom Garten-Baw", 1666. Besondere Bedeutung hat das Buch auch durch seine explizite Berücksichtigung der klimatischen Gegebenheiten Brandenburgs. Das später veröffentlichte repräsentative Album "Theatrum Tuliparum" war weit mehr als ein botanischer Bildband, der Mode der Zeit folgend demonstrierte es den schöngeistigen Luxus des Brandenburgischen Hofes in prächtigen botanischen Kupferstichen.

 

Esch, Albert (*1883 in Eisgrub/Mähren; †1954). Nach Ausbildung als Gärtner in Eisgrub und zahlreichen Tätigkeiten in Österreich, England, Frankreich (Botanischer Garten Paris), Belgien und Deutschland Mitarbeiter des Gartenarchitekten Wotzky in Wien. Nach dem Krieg Gartenarchitekt, mit Schwerpunkt auf Haus- und Wohngärten.

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F

Ferguson, John A. (lebt in München und Kalifornien). Biologe. Wissenschaftsjournalist und Autor des Bayerischen Rundfunks mit den Themen Ökologie, Botanik und Gartengeschichte. Veröffentlichte einige Bücher in englischer und deutscher Sprache, darunter zusammen mit Burkhard Mücke zwei populäre Ratgeber "Der praktische Gartenkalender", München 1984, und "Blumen und Garten", München 1987. Gestaltet seit 1994 zusammen mit B. Mücke die regelmäßige Sendung "Querbeet durchs Gartenjahr" für die beide 2008 den Kulturpreis der DGGL erhielten.

 

Förster, Friedrich Carl (*1817; †1901). Botaniker und Handelsgärtner. Verfasser von "Die Gärtnerei in ihrem höchsten Ertrage durch größtmögliche Vereinfachung", 1845, und des "Handbuch der Cacteenkunde in ihrem ganzen Umfange", Leipzig 1846. Er überarbeitete als Herausgeber mehrere Bücher von Heinrich Gruner.

Foerster, Karl (*9.März 1874 in Berlin; †27.November 1970 in Bornim). Einer der größten Berliner Gärtner und der "Philosoph unter den Gärtnern". Er züchtete mehr als 600 Neuheiten und verfasste ca. 30 Bücher, die sämtliche in zahlreichen Auflagen erschienen. Die von ihm zusammen mit Oskar Kühl und Camillo Schneider herausgegebene Zeitschrift "Gartenschönheit" erschien von 1920 bis 1944.

Francé, Raoul Heinrich (*20.Mai 1874 in Wien; †03.Oktober 1943 in Budapest).

Franck, Gertrud, geb. Beck (*25.September 1905 in Untergröningen; †18.April 1996 in Stuttgart) Autodidaktin. Nach ihrer Heirat 1935 als Gutsfrau entwickelte sie im Laufe der Zeit durch Beobachtung und Versuche das Konzept der Mischkultur und trug maßgeblich zur Verbreitung dieser Anbaumethoden im In- und Ausland bei. Mit ihrer ersten Monografie, der dünnen Broschüre "Gesundheit durch Mischkultur" traf sie bereits 1965 den Nerv der Zeit, was sich in 8 Auflagen bis 1980 niederschlug, dem Erscheinungsjahr der ersten Auflage (von insgesamt 8) von "Gesunder Garten durch Mischkultur". Als dessen Herausgeber wirkte Georg E. Siebeneicher. Es gilt bis heute als unübertroffenes Standardwerk des biologisch-dynamischen Gartenbaues. 1985 erschien ihr letztes Buch "Blühender Wildgarten", das sich mit der Alterung im Nutzgarten befasst. Darüber hinaus verfasste sie zahlreiche Artikel in einschlägigen Zeitschriften.

Fritzsche, Helga (*1926 in Münster/Westf.). Gärtnerlehre in Hohenheim und Stuttgart. Gartenbau-Studium in Weihenstephan. Verfasserin einiger erfolgreicher Ratgeber für Anfänger und Balkongärtner, so "Küchenkräuter selbst gezogen", München 1976, "Feines Gemüse selbstgezogen", München 1978, oder "Gemüseanbau im eigenen Garten", München-Wien-Zürich 1982. Zahlreichen Gartenfreunden ist sie durch Ihre Beiträge in der Zeitschrift "Mein Schöner Garten" in Erinnerung.

Fürst, Johann Evangelist (*28.Dezember 1784 in Frauendorf bei Vilshofen; †11.November 1846 in Au).

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G

Gaerdt, Heinrich (*1813; †14.November 1893 in Stuttgart) Leiter der Borsigschen Gärten in Berlin-Moabit und Königl. Preussischer Gartenbaudirektor. Sein erstes Werk "Die Winterblumen" verfasste er 1856. Die "Gärtnerische Düngerlehre", (1. Auflage 1888) war richtungsweisend und erlebte bis 1931 elf Auflagen. Mit "Ernte und Aufbewahrung frischen Obstes während des Winters" widmete er sich einem wichtigen und drängenden Problem der Versorgung städtischer Haushalte im Zuge der Industrialisierung. Daneben überarbeitete er 1869 das Standardwerk Wredows "Gartenfreund".

Gaucher, Nicolas (*1846 in Chaumont/Haut Marne; †1911 in Stuttgart) [sprich: ɡoʃe] Gelernter Obstgärtner, bedeutender Pomologe und fähiger Geschäftsmannn. Im Alter von 25 Jahren aus Frankreich nach Württemberg eingewandert, förderte sein mitgebrachtes Wissen und Können den dortigen Obstbau. Er gründete die Obst- und Gartenbauschule in Stuttgart und bekam den Titel eines Königlich Württembergischen Garteninspektors. Aus seiner Feder stammen die wichtigen Werke "Die Veredelungen und ihre Anwendung für die verschiedenen Bäume und Sträucher" (1. Aufl. Stuttgart 1885), "Handbuch der Obstkultur" (1.Aufl. Berlin 1889) und "Praktischer Obstbau", 1.Aufl Berlin 1891. Seit 1885 war er auch Herausgeber der Zeitschrift "Gaucher's praktischer Obstbaumzüchter", die jedoch nur 8 Jahre erschien und für ihre aufwändigen chromolithografischen Tafeln bekannt war. 1894 wurden diese Tafeln noch einmal in dem Band "Pomologie des praktischen Obstbaumzüchters" zusammengefasst.

Goethe, Rudolf (*1843 in Naumburg/Saale; † 1911 in Darmstadt). Pomologe, Önologe.

Göritz, Hermann (*16.September 1902 in Krone an der Brahe; †30.Januar 1998 in Potsdam) Gelernter Gärtner und Gartenbautechniker. Nach beruflichen Tätigkeiten u. a. in der Berliner Baumschule L.Späth, in der Staudengärtnerei von Karl Foerster und in der Arbeitsgemeinschaft Foerster-Mattern-Hammerbacher machte er sich 1949 als Gartenarchitekt selbständig. Ab dieser Zeit veröffentlichte er einige wegen ihrer botanischen und gärtnerischen Genauigkeit sehr populäre Bücher, so "Blumen im Garten", Berlin 1951, "Laubgehölze für Garten und Landschaft", Berlin 1957, "Bütenstauden, Gräser, Farne", Berlin 1982, die teils zahlreiche Neuauflagen erfuhren. Wohl auch wegen der großen schriftstellerischen Anerkennung im In- und Ausland konnte Göritz als einziger Gartenarchitekt seine Selbständigkeit bis zum Ende der DDR bewahren.

Gothein, Marie Luise, geb. Schroeter (*12.September 1863 in Passenheim; †24.Dezember 1931 in Heidelberg) Kunsthistorikerin. Da ihr der Zugang zur Universität wie vielen Frauen ihrer Zeit verwehrt war, beschäftigte sie sich seit etwa 1892 als Autodidaktin mit der Gartenkunst und ihrer Geschichte. 1914 erschien ihre "Geschichte der Gartenkunst" in zwei Bänden, die 1997 nochmals in 4.Auflage nachgedruckt wurde. Bis heute (neben der "Geschichte der deutschen Gartenkunst" von Hennebo, der sie aus neuerer Sicht in einigen Dingen korrigiert) das Standardwerk für alle, die sich ein grundlegendes Wissen über die Gartenkultur aneignen möchten. 1926 folgte noch ein ergänzendes Buch "Indische Gärten". Besonders hervorzuheben ist die von akademischen Satzgebilden freie gute Lesbarkeit. 1931 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg.

Greiner, Karin (*in Braunschweig; lebt in Kleinberghofen). Diplom-Biologin. Aufgewachsen als Tochter eines Apothekers kam sie schon in jungen Jahren in engen Kontakt zu Pflanzen und Kräutern. Nach dem Studium mit Schwerpunkt Botanik und Tätigkeiten im Umweltbereich Anfang der 90er Jahre erste Publikationen. So etwa zusammen mit ihrer Kommilitonin Angelika Weber die (Mit)Herausgabe der 14 Bände umfassenden teils auflagenstarke Reihe Der große ADAC-Ratgeber Garten. In den folgenden Jahren umfangreiche publizistische Tätigkeit, auch als Pflanzenexpertin des Bayerischen Rundfunks. Zuletzt zunehmende Fokussierung auf den Schwerpunkt Kräuter und deren Nutzen in Medizin und Küche, versucht sie kenntnisreich die Nutzung und Anwendung der heimischen Pflanzen einem breiteren Publikum näher zu bringen. Ihre Bibliographie umfasst mehrere dutzend Werke zu (fast) alle Gartenthemen, überwiegend in Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Co-Autoren. In ihren Büchern findet sie einen eleganten Mittelweg zwischen botanisch notwendigem Minimalwissen und anwendungsorientierter Information.

Grotjan, Johann August. (?). Advocat in der Reichsstadt Nordhausen. Verfasste einige Bücher zum Gartenbau, so die "Physikalische Winter-Belustigung mit Hyacinthen, Jonquillen, Tazzetten, Tulipanen, Nelken und Levcojen", 1751. "Vollständige Abhandlung von dem Bau der Levcojen, Nelken und Aurikeln ec.", 1758, "Ergötzende Sommerbelustigungen", 1759 (Teil 1) -1764 (Teil 2). "Calendarium pertetuum, oder immerwährender Land- und Garten-Calender, zum nützlichen Gebrauche bey dem Ackerbaue, wie auch dem Blumen- Orangerie- Küchen- und Baumgarten" (6 Teile), 1765-1772. Haller lobt: "Practicus vir & expertus"

Gruner, Johannes Heinrich Gottlob (*ca.1777; ). Schulllehrer und Botaniker.

Grunert, Christian (*1900; †20.Februar 1975).

Gugenhan, Edgar

Günter, Harri (*1.Dezember 1928; lebt in Potsdam). Gärtnerlehre, dann Studium und Promotion an der Humboldt Universität Berlin. Von 1959 bis 1992 Gartendirektor von Sanssouci. Seine zahlreiche Schriften, Kataloge und Bücher zum Thema Gartengeschichte und Gartendenkmalpflege, vornehmlich der Potsdamer Gärten und deren Gärtner, machten die Gartenkunst für jedermann erlebbar. Daneben verfasste er drei praktische Ratgeber für Gartenfreunde "Klettergehölze", Berlin 1959, "Blütensträucher", Berlin 1975 und "Schöne Blütengehölze", Berlin 1979, die sich aufgrund ihrer Fachkenntnis und guten Lesbarkeit viele Freunde erwarben und mehrfach aufgelegt wurden.

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H

Hanisch, Karl Heinz (*1915 in Potsdam; †1997 in Baden-Baden) Gelernter Gärtner. Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft ab 1948 Verschiebung der Tätigkeit vom praktischen Gärtner zum Journalisten. Über Jahre hinaus Hauptschiftleiter maßgeblicher populärer Gartenzeitschriften (von 1951-1969 "Pflanze und Garten", 1952-62? "Hilfe durch Grün", 1974-1980 "Mein schöner Garten" und von 1980-1990 "Rosenbogen"). Hierdurch und als Presseschef mehrerer Bundesgartenschauen, als Redakteur von Gartensendungen im Fernsehen und als Autor zahlreicher Gartenbücher beeinflusst Hanisch maßgeblich den deutschen Gartengeschmack der jungen Bundesrepublik. Eine Auswahl aus seinem umfassenden Œuvre: "Garten, Lieber Garten", 1960; "Die schönsten Pflanzen für den Garten", 1967; "Sonntagsgärtner unter Glas", München und Zürich 1974, (Preis der DGG) und "Erlebte Rose", Stuttgart 1988.

Hansen, Richard (*10.Juli.1912 in Nortorf/Holstein; †18.Oktober 2001) Gelernter Gärtner. Tätig u.a. bei Karl Foerster, Studium der Gartenbauwissenschaft an der TU Berlin. Von 1949 bis 1977 Lehrtätigkeit an der TU Weihenstephan. Dort widmet er sich der Sichtung von Wildstauden, die er im Sichtungskarten ordnete. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter zahlreiche populäre Sachbücher: "Unser Garten Teil II -Seine Bäume und Sträucher", München 1955, "Unser Garten Teil III -Unsere Bunte Staudenwelt" München 1963, "Die Stauden und ihre Lebensbereiche in Gärten und Grünanlagen", Stuttgart 1981, "Blütengärten der Zukunft - Pflanzen und Pflanzgefährten", Köln 1987.

Hartwig, Julius (*1823; †?). Hofgärtner und Garteninspektor.

Hennebo, Dieter (*15.Juni 1923 in Wittenau; †1.Januar 2007 in Hannover). Gelernter Gärtner, Studium der Gartenkunst und Landschaftsarchitektur an der Humbold-Universität. 1952 Promotion zum Dr. agr.. Professor für Geschichte der Gartenkunst an der TU Hannover. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Gartenkunst und Öffentlichem Grün. Herausragend das dreibändige Werk "Geschichte der deutschen Gartenkunst", 1962-65 (zusammen mit Alfred Hoffmann). Ab 1965 Herausgeber der Zeitschrift "Das Gartenamt".

Hertel, Fritz (*1925?; †1983). Gartenarchitekt. Verfasser zahlreicher monothematischer Ratgeber für Jedermann, die in der preisgünstigen Reihe "Lehrmeister-Bücherei", (bis 1945 Hachmeister & Thal, Leipzig, später bei Philler in Minden) erschienen. Wegen ihrer Übersichtlichkeit und Allgemeinverständlichkeit sehr beliebt, wurden die Heftchen immer wieder überarbeitet und neu aufgelegt. Auch heute noch sind die auf das zeitlos wesentliche reduzierten Monografien eine gute Alternative für eine einführende Information oder das kleine Budget.

Hesdörffer, Max (*1863 in Fulda; †1921). Gelernter Gärtner. 1896 erschien sein beliebtes, bis 1920 insgesamt 5 mal aufgelegtes Buch "Handbuch der praktischen Zimmergärtnerei". Im selben Jahr gründete er die Gartenzeitung "Hesdörffers Monatshefte", die bereits im zweiten Jahrgang in "Die Gartenwelt" umbenannt und aufgrund ihres Erfolges auf wöchentliche Erscheinungsweise umgestellt wurde. Unter diesem Titel wurde sie 1937 mit "Der Blumen und Pflanzenbau" vereinigt; die Einstellung erfolgte 1944.

Hilkenbäumer, Friedrich (*26.Februar 1909 in Dortmund; †17.Juni 1976 in Bonn) Universitätsprofessor und bedeutender Pomologe. Seit 1951 Leiter des Instituts für Obstbau und Gemüsebau an der Universiät zu Bonn. Seine zahlreichen Publikationen zeichnen sich durch hohe Praxisrelevanz, gute Lesbarkeit und allgemeinverständliche Sprache aus. Sein mehrfach aufgelegtes Buch "Obstbau. Grundlagen, Anbau und Betrieb" avancierte durch seine didaktische Aufbereitung des Stoffes zum Standardwerk. Für jeden verständlich war auch die von ihm verfasste Reihe "Zweckmäßige Arbeitsweise im Obstbau", die als handliche und gut bebilderte Hefte auch dem Laien konkrete Hilfestellung in obstbaulichen Fragen zur Seite stand. Trotz seiner Mitwirkung in der NSDAP und seiner zeitweisen Mitgliedschaft in der SED ist hiervon nichts in seinen Fachbüchern zu merken.

Hinkert, Wilhelm (?) Gelernter Gärtner und bedeutender Pomologe. Hofgärtner im Englischen Garten München und von 1827 bis 1837 zugleich Vorstand der Königlich-Bayerischen Zentral-Obstbaumschule in Weihenstephan. Aus seiner Feder stammen zwei für den Süddeutschen Raum wichtige Werke: "Gründlicher Unterricht in der practischen Obstbaumzucht mit besonderer Rücksicht auf die klimatischen und topographischen Verhältnisse des Königreichs Bayern", [München] 1828, und "Systematisch-geordnetes Handbuch der Pomologie, mit Inbegriff der in der Königl.- Bayerischen Akademie zu Weyhenstephan bei Freising aufgestellten und cultivierten Kern- und Steinobstsorten, und besonderer Berücksichtigung sowohl des Bodens und Klima's, als der Anwendung und Nutzbarkeit;", 1836.

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I

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J

Jäger, Hermann (*7.Oktober 1815 in Münchenbernsdorf; †5.Januar 1890 in Eisenach). Ausbildung als Handelsgärtner, mehrjährige Tätigkeit in Italien und Frankreich, zuletzt Großherzogl. Sachsen-Weimarischer Hofgarteninspektor (1873). Jäger war ein sehr kenntnisreicher und fleißiger Autor und gehörte zu den populärsten Gartenbuch-Schriftstellern seiner Zeit. Das Gesamtwerk umfasst neben den praktischen Ratgebern im Nutz-, Zier- und Zimmergarten auch Schriften zur Gartenkunst und Gartengestaltung (z.B. Lehrbuch der Gartenkunst, 1877, und "Gartenkunst und Gärten sonst und jetzt, 1888). Viele seiner Bücher erreichten mehrere Auflagen. Exemplarisch seien hier genannt: "Der praktische Obstgärtner", 3 Teile, 1855, "Frauengarten", Stuttgart u. Leipzig 1871, "Der Gemüsegärtner", 3 Teile, Hannover 1871 (später "Der praktische Gemüsegärtner"), "Die schönsten Pflanzen des Blumen- und Landschaftsgartens, der Gewächshäuser und Wohnungen", Hannover 1873, "Der Blumengarten und die Blumenzucht auf dem Lande", Berlin 1875. Neben eigenen Schriften trat er auch als Bearbeiter fremdsprachiger Gartenbücher in Erscheinung; so erkannte er früh die Bedeutung der "Traité de la taille des arbres fruitiers" von Julien Alexandre Hardy und machte die Erkenntnise in Deutschland unter dem Titel "Der Obstbaumschnitt", Leipzig, für jedermann verfügbar.

James, Christiane (lebt in Straelen). Gelernte Gärtnerin der Fachrichtung Zierpflanzenbau. Nach einigen Jahren gärtnerischer Tätigkeit heute als freie Fachjournalistin und PR-Fachfrau für den Gartenbau tätig. Seit einigen Jahren hat Sie ihren Schwerpunkt im Friedhofsgartenbau gefunden und diverse Bücher (z.B. "Grabgestaltung", Ostfildern 2000) und Artikel zum Thema veröffentlicht. 2010 erschien eine handliche praktische Ratgeberreihe "Die Lingen Garten-Edition", Köln.

Jantra Helmut (?) Langjähriger Fachredakteur bei der Zeitschrift "Mein Schöner Garten" und Mitarbeiter bei Rundfunk und Fernsehen.

Jekyll, Gertrude (*19.November 1843 in London; †8.Dezember 1932 in Busbridge Church, Godalming, Surrey). Studium der Malerei, Kunstgeschichte und Botanik, wobei sie durch die Farbenlehre William Turners inspiriert wurde. Im Jugendstil (Arts and Crafts Movement) entwarf sie Stickmuster und Stoffe. Auch als Malerin und Fotografin durchaus mit einigem Erfolg, verlagerte sich ihre Tätigkeit durch ihre zunehmende Kurzsichtigkeit ab etwa 1891 ganz auf die Gärtnerei und die Gestaltung von Gärten im In- und Ausland. Von den 351 nachgewiesenen Anlagen sind leider die meisten verschwunden. Von ihrem Können kann man sich am besten in Munstead Wood, Upton Grey und Hestercombe überzeugen. Jekyll gilt als eigentliche Propagistin des "Landhausstils", der die damals üblichen geometrischen Teppichbeete zugunsten freigestalteter farbkomponierter Staudenbeete ersetzte. Ihren eigenen Garten in Munstead Wood gestaltete sie mit Sir Edwin Lutjens. Sie verfasste unzählige Artikel und 15 Gartenbücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden. In deutscher Sprache z.B. Wald und Garten", 1905, Pflanzenbilder aus meinen Gärten", 1988. Mehr

Jelitto, Constantin Rudolf (*1892; †). Gelernter Gärtner. Regierungsamtmann und Oberinspektor im Botanischen Garten Berlin-Dahlem.

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K

Kache, Paul (*16.März 1882 in Mechwitz; †18.April 1945 in Potsdam) Gartendirektor in Sanssouci. Verfasser zahlreicher Bücher, deren Spanne vom populären Ratgeber über das qualifizierte Lehrbuch für Gartenbauschüler bis hin zur wissenschaftlichen Publikation reichte und die teils hohe und mehrfache Auflagen erfuhren, u.a.: "Marktpfanzenzucht", 5 Hefte, 1.Aufl., Berlin ab 1922, "Einjahrsblumen" (zusammen mit Camillo Schneider), 1.Aufl. Berlin 1924", "Die Praxis des Baumschulbetriebes", 1.Aufl. Berlin 1929, "Der Garten und seine Jahreszeiten" 2 Bände, zusammen mit Anton Karl Schindler), Berlin 1929, "Die Praxis des Samenbaues der Blütenpflanzen", Berlin 1933, "Der Haus- und Siedlergarten in den zwölf Monaten", 1. Aufl. Berlin 1934. "Die Praxis der Veredelung für Gärtner, Baumzüchter und Liebhaber", Berlin 1935. Darüber hinaus arbeitete er an zahlreichen Werken mit und übernahm zeitweise die Schriftleitung der Zeitschrift "Gartenflora".

Katz, Richard (*21.Oktober 1888 in Prag; †8.November 1968 in Muralto/Tessin)

Kawollek, Wolfgang (*1947; lebt in Kassel) Gärtnermeister, bis 2014 Technischer Leiter der botanischen Lehr- und Versuchsanlagen der Universität Kassel. Über lange Jahre Vorsitzender der Bundesfachgruppe Erwerbsgartenbau in der IG Bauen, Agrar, Umwelt, wirkte er an der Erarbeitung der Verordnungen zur Meisterprüfung in gärtnerischen und landwirtschaftlichen Berufen mit. Verfasser zahlreicher Bücher zum Garten und zu Bonsai.

Kindshoven, Josef (*; † in Bamberg) Königlicher Kreisobstbaulehrer in Bamberg.

Koehler, Horst (*1913; †1965). Gartenbaustudium in Berlin-Dahlem. Bis zum Kriege Gartenarchitekt in Berlin und Schriftleiter einer Gartenbauzeitschrift. Nach dem Krieg Aufbau einer eigenen Gärtnerei und später freier Gartenarchitekt in Krefeld. Sein bekanntestes Buch "Das praktische Gartenbuch" erschien erstmalig 1952, erlebte zahlreiche starke Auflagen und wurde 1957 mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet.

Könemann, Ewald

Kreuter, Marie-Luise (*1937 in Köln; †7.Mai 2009). Nach dem Studium der Ethnologie Ausbildung zur Journalistin und freie Redakteurin. Beschäftigte sich schon in jungen Jahren mit dem giftfreien biologischen Garten und dessen Bedeutung für eine gesunde Ernährung. Sie verfasste mehrere Bücher, bis 1977 ihr Taschenbuch "Der biologische Garten" den Zeitgeist traf und kurzfristig mehrere Auflagen erlebte. Die Leser liebten ihren persönlichen und unaufdringlichen Stil, der alle ihre Werke durchzieht. 1981 eröffnete sie im Bergischen Land einen öffentlichen Bio-Bauerngarten, begleitet von der Veröffentlichung ihres wohl bekanntesten Werkes "Der Biogarten", das bis heute nichts von seiner Aktualität und Bedeutung verloren hat. (Aktuell in der 26.Aufl. München, 2012). Der Buchtitel wurde zum Topos für den gesunden vielfältigen und giftfreien Hausgarten. Es folgten viele weitere Veröffentlichungen zum Thema biologischer Gartenbau und die Zeitschrift "kraut & rüben", als deren Herausgeberin sie mehrere Jahre tätig war, immer angetrieben vom Wunsch, die Vielfalt der alten Kulturpfanzen zu erhalten und möglichst vielen Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen.

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L

Lange, Willy (*1864; †1941). Königlich preußischer Garteninspektor, Lehrer an der Königlichen Gärtnerlehranstalt in Dahlem und Gartenarchitekt. Lieferte mit seinem ersten Buch "Gartengestaltung der Neuzeit", 1.Aufl. Leipzig, 1907, ein Standardwerk für die Gestaltung der Villen- und Landhausgärten. Da er dem Vorbild des naturnahen Gartens anhing, gewann er für den architektonischen Teil den Gartenarchitekten Otto Stahn. Trotz seines Plädoyers für die Natur im Garten war es ihm wohl bewusst, dass jeder Garten, unabhängig von seinem gestalterischen Ansatz, immer ein gestalteter Garten ist, also auch Naturnähe immer die ordnende Hand des Gärtners erforderte. Bis zur letzten (6.) Auflage 1928 wurde das Buch ständig überarbeitet. 1910 nutzte er die Ergebnisse eines Wettbewerbes um in "Land- und Gartensiedelungen", Leipzig, von der Gestaltungsphilosophie des einzelnen Gartens zur städtebaulichen Bedeutung über zu leiten. In seinen beiden 1913 erschienenen Werke "Der Garten und seine Bepflanzung" und "Der Garten und der Mensch", beide nun Stuttgart, sind in einem etwas patriotischen oder deutschtümelnden Tenor verfasst, der sich in dem im Verlaufe des 1. Weltkrieges entstandenen Band "Deutsche Heldenhaine", wieder Leipzig, fortsetzt. Erst 1922 überwindet er seine Schaffenspause mit "Gartenbilder", Leipzig. Mit "Blumen im Haus", Leipzig 1926, wendet er sich einem ganz anderen Gebiet zu, um 1927 letztmalig mit drei Publikationen an die Öffentlichkeit zu treten: "Unser Schlesierland", Friedeberg, "Gartenpläne", Leipzig, und zusammen mit Paul Graebner "Illustriertes Gartenbau-Lexikon", Berlin, der völlig überarbeiteten Ausgabe von Theodor Rümpler und Ludwig Wittmack.

Lauche, Wilhelm (*21.Mai 1827 in Gartow; †12.10.1883 in Potsdam). Königl. preuss. Garteninspektor und Lehrer für Gartenbau an der Gärtner-Lehranstalt zu Potsdam. Bedeutender Pomologe und Dendrologe. Verfasste die "Deutsche Dendrologie", Berlin, das für Jahrzehnte richtungsweisende Standardwerk. Herausgeber der von 1879 bis 1884 in Berlin in Einzellieferungen erschienenen und mit 300 Chromolithographien ausgestatteten "Deutschen Pomologie, mittels derer das Sortenangebot auf die wesentlichen "empfehlenswerthesten" Aepfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Apricosen, Pfirsiche und Weintrauben reduzieren wollte. Seine hinterlassenen Schriften bildeten die Grundlage für das von Rudolf Goethe herausgegebene Buch "Handbuch der Tafeltraubenkultur", Berlin 1894. Nicht zu verwechseln mit seinem Neffen Wilhelm Lauche (*1859; †1950), der Hofgartendirektor und Direktor der höheren Obst- und Gartenbauschule in Eisgrub/Mähren war.

Lebl, Matthias (*26.August 1831 in Pierawarth bei Wien; †23.November 1911) Fürstl. Hohenlohisch-Langenburgscher Hofgärtner. Verfasser zahlreicher auflagenstarker Gartenbücher (u.a. "Der Weinstock", Stuttgart 1878, "Beerenobst und Beerenwein", Berlin 1891, "Lebl's Rosenbuch", Berlin 1895, "Die Champignonzucht, Berlin 1897") und von 1871 bis 1887 Herausgeber der "Illustrierte Garten-Zeitung" und des "Dr. Neubert's Deutsches Garten-Magazin" (zusammen mit M. Kolb und J.E. Weiß).

Lesniewicz, Paul (*1941; lebt auf den Kanaren). Pionier der Bonsai-Kunst in Deutschland, Gründer des Heidelberger Bonsai-Centrums. Verfasser und Mitverfasser zahlreicher Bücher über Bonsai. Das erste "Bonsai. Miniaturbäume und ihre Gestaltung, Pflege und Anzucht" (zusammen mit Hideo Kato) erschien 1981 als Taschenbuch bei Knaur. Mit dem steigenden Interesse am Bonsai stieg auch die Anzahl der Bonsaifreunde, denen es unmöglich war, einen Bonsai unter freiem Himmel zu artgerecht zu halten. Dem Wunsch, Bonsai auch in der Wohnung zu halten versuchte das Buch "Bonsai für die Wohnung" (Heidelberg, o.J. zahlr. Auflagen) mit Auswahl geeigneter Pflanzen und Pflegehinweisen zu entsprechen. Neben den praktischen Lehrbüchern gab er auch einige Bildbände heraus, in denen er die Schönheit alter Bonsai präsentierte.

Lord, Tony (*1949; ). Anthropologe und Promovierter Gartenbauingenieur. Gartenberater des National Trust und Mitglied einiger Gremien der Royal Horticultural Society im Vereinigten Königreich. Gartenbuchautor und -fotograf, u.a. über 10 Jahre Herausgeber des jährlich erscheinenden "Plant Finder". Zahlreiche [=wahrscheinlich alle] seiner Bücher wurden ins Deutsche übersetzt und haben eine große Verbreitung gefunden. Bereits für sein erstes Buch "Best Borders" (Deuscher Titel "Borders", München-Wien-Zürich 1996) erhielt den Award der Garden Writers Guild für das beste Buch in der Kategorie General Gardening. Aus der Vielzahl der weiteren Titel seinen hier exemplarisch genannt: "Sissinghurst", 1.Aufl. Köln 1996, "Gärten voller Rosen", München 1999, und "Enzyklopädie der Pflanzenkombinationen" (mit Andrew Lawson), München 2003. Alle seine Bücher zeichnen sich durch botanische und gärtnerische Korrektheit, verständliche und unterhaltende Texte und hervorragende Fotos und Illustrationen aus. Es ist immer wieder eine Freude, seine Bücher zur Hand zu nehmen.

Lorgus, Alwin (*1852; †18.März 1920 in Eisenach) Gelernter Gärtner, Königl. preuß. Garteninspektor und Inhaber einer Samenhandlung. Lange Jahre Vorsitzender des "Deutschen Pomologen-Vereins" (später Deutsche Obstbau-Gesellschaft). Verfasser mehrerer gärtnerischer Kleinschriften zur Volksernährung im 1. Weltkrieg.

Lucas, Eduard (19.Juli 1816 in Erfurt; †23.Juni 1882 in Reutlingen). Gärtnerische Lehre in den Gartenanlagen von Wörlitz. Lehrer an der Landwirtschaftlichen Akademie Hohenheim, Gründer und Leiter einer Gärtner-Lehranstalt und bedeutender Pomologe. Er organisierte schon während seiner Lehre den ersten "Gärtnergehilfen-Verein" und war auch im weiteren engagiert, die Ausbildung und Lebensumstände der Lehrlinge zu verbessern. Nach Angaben von Robert Zander wohl der erste deutsche Gärtner, dem die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Schon früh fand er das Thema seines (Gärtner)Lebens: die Pomologie, die er im Rahmen seiner Tätigkeiten an der Landwirtschaftlichen Schule in Hohenheim bedeutend voran brachte. 1860 gründete er seine eigene Obstbau-Lehranstalt in Reutlingen, die er zu einem der bedeutendsten Institute Deutschlands entwickelte. 1866 erschien sein Lehrbuch "Kurze Anleitung zur Obstcultur", Regensburg, dessen Umfang von anfänglich 94 Seiten mit jeder der Neuauflage anstieg, so dass gegen Ende des 19.Jahrhunderts der Titel auf "Anleitung zum Obstbau" geändert wurde. Die letzte, 2002 von Hermann Link herausgegebene 32. Auflage umfasst 448 Seiten. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen war ihm die populäre Verbreitung seiner pomologischen Ansätze ein Anliegen, u. a. durch die Schulung örtlicher "Baumwärter". Als Basis diente ihm Christs "Allgemein praktisches Gartenbuch", das bereits Schmidlin überarbeitet hatte. Die von ihm völlig modernisierte 4.Auflage erschien in Stuttgart 1876 unter dem Titel "Christ's Gartenbuch für Bürger und Landmann". Mit Oberdieck gründete er 1875 die berühmten "Pomologischen Monatshefte", als deren Redakteur er bis zu seinem Lebensende wirkte.

Lucas, Friedrich (*1842; †1921). Nach dem Tode seines Vaters Eduard Leiter der Reutlinger Gärtner-Lehranstalt und Herausgeber der "Pomologischen Monatshefte".

Lueder, Franz Hermann Heinrich (*1794; †1792). Pastor und Botaniker.

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M

Maasz, Harry (*5.Januar 1880 in Cloppenburg; †24.August 1946 in Lübeck). Auf die gärtnerische Lehre folgte ein Studium an der Königlichen Gärtner-Lehranstalt in Potsdam, u. a. bei Fritz Encke. Erste berufliche Tätigkeit 1903 bei der Anlage des Parks der Beelitzer Heilstätten. Es folgten Stellen in Magdeburg und Kiel, Suttgart und Hamburg, bevor er 1912 Garteninspektor in Lübeckschen Diensten wurde. 1922 machte er sich als Gartenarchitekt in Lübeck selbstständig. Im Mittelpunkt seiner Veröffentlichungen steht das Öffentliche Grün, bzw. das Zusammenwirken öffentlicher und privater Gartenanlagen als Garant für ein gesundes Leben. Sein Ideal eines "Volksparks" kollidierte durchaus mit der zeitgenössischen Präferenz für den Landschaftspark. Aus der Vielzahl seiner Schriften seien hier stellvertretend genannt: "Zwischen Straßenzaun und Baulinie", 1910/1921, "Der deutsche Volkspark der Zukunft. Laubenkolonie und Grünfläche", 1913, "Wie baue und und pflanze ich meinen Garten", 1919, "Land in Sonne", 1927, Kleine und große Gärten", 1927, und "Der Garten - Dein Arzt", 1935. Für die 4.Auflage von Muthesius' "Landhaus und Garten", 1925, bearbeitete er den gärtnerischen Teil. 1932 überarbeitete er das Werk von Meyer und Sales "Gartentechnik und Gartenkunst" in 3. Auflage.

Maatsch, Richard (*1904; ). Nach langjähriger Tätigkeit in Berlin Ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für gärtnerischen Pflanzenbau an der Hochschule für Gartenbau und Landeskultur Hannover. Verfasser zahlreicher Bücher zum Zierpflanzenbau, u.a. "Ausgewählte Knollen- und Zwiebelblumen" 1935, "Cyclamen" (1.Aufl. zusammen mit Fritz Schneider), 1937, "Pflanzen für Zimmer und Balkon", 1937, und des Lehrbuchs "Zierpflanzenbau", 1952. 1955 fungierte er als Herausgeber von "Pareys Illustriertes Gartenbaulexikon" in zwei Bänden (5., völlig neu bearbeitete Auflage von Rümplers "Illustrirtes Gartenbau-Lexikon" von 1882).

Mattern, Hermann (*27.November 1902 in Hofgeismar; †17.November 1971 in Greimharting) Nach Gärtnerlehre Studium an der an der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Berlin-Dahlem. Im Anschluss daran Tätigkeit in der Arbeitsgemeinschaft Foerster-Mattern-Hammerbacher in Bornim. Gemeinsam entwickelten sie den "Bornimer Stil", dessen Grundlage die Betrachtung des Gartens als ein durch Pflanzen gestalteter, zum Haus gehöriger Raum ist. Bedeutender Landschafts- und Gartenarchitekt ("Hügel-Hermann"), gestaltete er u.a. das Gelände der Reichsgartenschau 1939 auf dem Stuttgarter Killisberg und die Bundesgartenschau 1955 in Kassel. Von 1961 bis 1970 war er Professor für Landschaftsbau und Gartenkunst an der TU Berlin. Mattern hat seine Ansichten nicht in einem Buch zusammengefasst, er veröffentlichte jedoch zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften, Katalogen und Büchern und fungierte als Herausgeber bei Werken wie "Die Wohnlandschaft", 1950, und bei der populären Garten-Zeitschrift "Pflanze und Garten".

Maubach, Anja (*9.August 1963 in Wuppertal; lebt in Wuppertal). Die gelernte Staudengärtnerin und Landschaftsarchitektin leitet heute in 5. Generation die Staudengärtnerei Arends (heute Arends-Maubach). 1991 tritt sie zunächst als Übersetzerin aus dem Englischen, deutscher Titel " Spaliere und Rankgitter. Lauben und Pergolen. Phantasievolle Gartenräume", München, in Erscheinung. Zehn Jahre später veröffentlicht sie in Zusammenarbeit mit dem Gartenmöbelhaus GARPA ihre "Gartennotizen". Weitere zehn Jahre später lässt sie Ihre Leser in ihrem sehr persönlichen Buch "Garten ist Leidenschaft", München 2011, unmittelbar teilhaben an ihrer Gartenfreude und ihrem reichen Gartenwissen teilhaben. Es bleibt zu hoffen, dass nicht wieder 10 Jahre bis zu ihrem nächsten Buch verstreichen.

Metzger, Johann Christian (*11.Oktober 1789 in Lahr; †15.September 1852 in Bad Wildbad). Gelernter Gärtner. Nach Ausbildung im Schloßgarten Karlsruhe war er in Schwetzingen, Rastatt, Karlsruhe und in Heidelberg tätig, zuletzt als Großherzoglich Badischer Gartendirektor. Dort veröffentlichte er auch 1829 das reich bebilderte Werk "Beschreibung des Heidelberger Schlosses und Gartens", in dem er auf der Grundlage der Schrift von Salomon de Caus dessen Bedeutung des Gartens für die Gartenkunstgeschichte belegte. Seine Laufbahn beendete er in Karlsruhe. Zugeschrieben werden ihm auch die beiden erstmals 1845 bzw. 1847 erschienenen Jugendbücher "Karl Will, der kleine Obstzüchter" und dem Pendant "Marie Flink, die kleine Gemüsegärtnerin", deren Vorworte er verfasste. Beide demonstrieren die Ernsthaftigkeit, mit der er sich neben der Landschaftgärtnerei auch der Verbreitung gartenbaulicher Kenntnisse in der Bevölkerung widmete.

Meyer, Johann Heinrich Gustav (*14.Januar 1816 in Frauendorf in Pommern, heute Stadtteil Golecino von Stettin; †27.Mai 1877 in Berlin) Gärtnerlehre im Botanischen Garten Berlin-Schöneberg, anschließend bis 1836 Studium an der Königlichen Gärtnerlehranstalt zu Potsdam. Dort fiel seine Zeichnerische Begabung seinem Lehrer Lenné auf, der ihn im Anschluss in sein Büro übernahm und später dessen Leitung übertrug. Als Städtischer Gartendirector in Berlin schuf er unter anderen den Treptower Park. Das einzige Buch Meyers, das großformatige "Lehrbuch der schönen Gartenkunst", erschien erstmalig 1860, später vermehrt und verbessert 1873 und nach seinem Tode noch einmal überarbeitet 1895. Das für die deutsche Gartenkultur wichtige Werk ist die Realisierung eines von Lenné geplanten Buches über die Gartenkunst, das dieser aber nicht mehr selbst verfassen konnte. Zusammenfassend urteilt Heinz Ohff: "In seiner Bedeutung als Quellenwerk nur den Büchern Reptons oder Pücklers an die Seite zu stellen, überliefert es, was der nimmermüde Lenné uns nun doch vorenthalten hat, die Quintessenz seiner Erfahrung."

Mücke, Burkhard (lebt in München und Kalifornien). Gelernter Gärtner. Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie. Zunächst Autor, Reporter und Kommentator beim Bayerischen Hörfunk, später beim Fernsehen, u.a. als Projektleiter der Sendung "Querbeet durchs Gartenjahr". Hierfür erhielt er 2008 den Kulturpreis der DGGL 2008 (zusammen mit John A. Ferguson und Udo Zimmermann). Verfasser von mehr als 10 Büchern, darunter einige mit J. A. Ferguson, u.a. ein gleichnamiges Begleitbuch zur Sendung, München 2007. (Siehe auch dort)

Mücke, Karl-Heinz

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N

Neubert, Wilhelm Paul (*1808; †1895 in Cannstatt). Botaniker. Publikationen: "Die Rosen. Ihre Beschreibung, Cultur und Vermehrung" Stuttgart und Tübingen 1842. "Schlüssel zur bildenden Gartenkunst", Stuttgart 1853. Gründer und von 1847 bis 1881 Herausgeber der Zeitschrift "Deutsches Magazin für Garten- und Blumenkunde".

Nietner, Theodor (II) Carl Gustav (*7.September 1823 in Sanssouci; †13.Oktober 1894 in Potsdam). Umfassende Kenntnisse als gelernter Gärtner und seine langjährigen Erfahrungen als Hofgärtner in verschiedenen Revieren fanden ihren Niederschlag in zahlreichen Veröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften. Einen ausführlichen Lebenslauf finden Sie hier.

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O

Oberdieck, Johann Georg Conrad (*30.August 1794 in Jeinsen; †24.Februar 1880 in Herzberg am Harz) Evangelischer Superindendent und einer der bedeutendsten deutschen Pomologen. Veröffentlichte mehrere Schriften aus seinen eigenen obstbaulichen Erfahrungen, darunter "Anleitung zur Kenntniß und Anpflanzung des besten Obstes für das nördliche Deutschland", 1852, und "Deutschlands beste Obstsorten", 1881. Besondere Bedeutung erlangte sein Wirken als Herausgeber der "Monatsschrift für Pomologie und practischen Obstbau" (1855 mit Eduard Lucas, ab 1865 unter dem Titel "Illustrirte Monatshefte für den Obst- und Weinbau", ab 1875 "Pomologische Monatshefte") und des mehrbändigen Werkes "Illustrirtes Handbuch der Obstkunde", (1855-75, 2 Ergänzungsbände, mit Eduard Lucas und Franz Jahn).

Olschowy, Gerhard (*14.Februar 1915 in Gesess; †19.April 2002 in Erfurt) Lehrbeauftragter für Landschaftspflege an der Universität Bonn, Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft, Mitglied des Beirates für Raumordnung beim Innenministerium. Wegbereiter der ökologischen Landschaftsgestaltung in Deutschland. Sein 1970 erschienenes Buch "Landschaft und Technik" beleuchtet die Ausbreitung der industriellen Industrieproduktion auf den Lebensraum anhand konkreter (Firmen)Beispiele und beschäftigt sich mit deren Einfluss auf die Gesellschaft.

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P

Pekrun, Arthur (*1892; †1940). Bankier, Teilhaber am Bankhaus Menz, Pekrun & Co. in Dresden. Autodidakt und Obstbaumexperte.

Petersen, Elly, geb. Lesser (*1874 in Berlin; †Dezember 1965 in München)
Autodidaktin. In ihrem ersten Gartenbuch, das 1916 unter dem Titel "Das neue Gartenbuch für Kriegs- und Friedenszeiten" in Dachau erschien, fast Sie ihre Erfahrungen aus ihrem Garten in Moosschwaige zusammen. Das Buch ist mit Zeichnungen ihres Mannes Carl Olof illustriert, der sich als Karikaturist, z.B. im "Simplizissimus", einen Namen gemacht hat. Das in sehr persönlichem Stil gehaltene Buch ist wohl auch unter dem Eindruck der schlechten Versorgungslage des sie umgebenden Künstlerkreises entstanden. Es war sehr erfolgreich und erschien später in vielen, besonders im blumistischen Teil, erweiterten Auflagen unter dem Titel "Das gelbe Gartenbuch". Noch vor dem Krieg (1936) folgte das Buch "Unsere Zimmerpflanzen". Nach schwedischer Emigration, in der ihr Mann starb, kam E.P. 1947 nach München zurück. Dort erschien 1964 ihr letztes Gartenbuch "Elly Petersens praktisches Gartenlexikon".

Petzold, Carl Eduard Adolph (*14.Januar 1815 in Königswalde (Neumark); †10.August 1891 in Blasewitz bei Dresden) Gelernter Gärtner. Schon in seiner Lehrzeit in der Gärtnerei von Muskau interessierte er sich für die Landschaftsgärtnerei. Nach Tätigkeit als Großherzoglich-Weimarischer Hofgärtner kehrte er nach Muskau zurück. Dort wurde er vom neuen Eigentümer, dem Prinzen Wilhelm Friedrich Karl von Oranien-Nassau gefördert und in Anerkennung seiner Dienste zum Parkdirektor der königlich-niederländischen Gärten ernannt. Geprägt durch die Auseinandersetzung mit den Werken der großen Landschaftsgärtner und durch diverse Studienreisen (u.a. auch nach England) entwickelte er einen eigenen Stil, wobei sein großes Vorbild Loudon blieb. Hierbei versuchte er Motive aus der Natur in idealisierte Landschaftbilder umzusetzen, wobei die Gestalt und die Farben von Solitären und Gruppen in malerischen Übergängen zu systematisieren suchte. Seine Veröffentlichungen stellen einen eigenständigen über Deutschland hinaus beachteten Beitrag zur Gartenkunst dar. Herauszuheben sind besonders seine Veröffentlichungen "Zur Farbenlehre der Landschaft. Beiträge zur Landschafts-Gärtnerei", 1853 und "Die Landschafts-Gärtnerei", 1862.

Poenicke, Walter (*6.Mai 1879 in Delitzsch; †24.April 1949 in Berlin) Gelernter Gärtner. Pomologe, Gartenbaudirektor in Berlin-Karlshorst. Verfasser zahlreicher Schriften zum praktischen Obstbau: ""Warum?" und "Weil!" im Zwergobstbau", Stuttgart 1919, bis "Beerenobst", Berlin 1948. Sein großes und reich bebildertes Werk "Der deutsche Obstbau, in das er seine Erfahrungen als Mitherausgeber an dem Sammelwerk Deutschlands Obstsorten", Stuttgart 1905-1936, einbrachte, konnte er nicht mehr vollenden. Dies gelang Martin Schmidt erst 1950.

Pötschke, Harry (*21.Januar 1884; †18.Mai.1970) Gelernter Gärtner, Gründer der bis heute in Familienbesitz geführten (Versand)Gärtnerei Pötschke in Kaarst (Niederhein). Autor bzw. Herausgeber mehrerer auflagestarker Gartenbücher, darunter des meistgedruckten deutschsprachigen Gartenbuches "Gärtner Pötschkes Gartenbuch"*. Markenzeichen ist die gezeichnete Figur eines alten Gärtners ("Zwiebelmännchen") mit Bart, Schürze und Hut, die in immer wieder veränderter Situation im Rand des Buches erscheint, ergänzt durch launische Weisheiten und Sprüche. Weitere Titel: "Gärtner Pötschkes Siedlerbuch", 1941, "Pflanzen sprechen dich an", 1960.
(*Siehe hierzu auch die umfassende Würdigung durch Clemens Alexander Wimmer in der ZANDERA 27 (2012), S. 33ff.)

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R

Rainer, Roland (*1.Mai 1910 in Klagenfurt; †10.April 2004 in Wien) Architekt. Wie viele seiner Kollegen zunächst durch die "naturnahe Komponente" der NS-Ideologie angezogen und verführt, zieht sich die Einbindung der Architektur in die Natur als Grundgedanke lebenslang durch sein Schaffen. Für den Garteninteressierten sind seine beiden Werke hervor zu heben "Die Welt als Garten - China", 1.Aufl. Graz 1976, und "Gärten", Graz 1982, die sich mit der ökologischen Bauweise auseinandersetzen.

Portrait von Ch. Reichart

Reichart, Christian (*4.Juli 1685 in Erfurt; †30.Juli 1775 ebenda). Nach einer schweren Erkrankung des Stiefvaters Christoph Engelhardt musste er, der gartenbaulich unerfahrene Jurist, dessen Ländereien im Dreibrunnengebiet bewirtschaften. Er entwickelte daraus in der Folge einen Musterbetrieb des Gemüsebaus. Durch seine Züchtungen von Blumenkohlsamen verbreitete er das Gemüse und verbilligte dessen Anbau, so dass es für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich wurde. Er leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur gesunden Ernährung. Zwischen 1720 und 1722 schrieb er seine Erfahrungen in einem persönlichen Lehrbuch nieder, auf das einzelne weitere Veröffentlichungen folgten. So wirkte er an Johann Kniphofs "Botanica in originali" (1733-34) mit. Sein Hauptwerk, der sechsbändige "Land- und Gartenschatz" erschien erstmalig 1753-54.

Reider, Jakob Ernst von (*19.April 1784 in Bamberg; †Dezember 1853 in Ludwigstadt). Zunächst als 2. Sohn für den geistlichen Stand vorgesehen, studierte er gegen den Willen seiner Eltern Jura. Seit 1809 erster Baierischer Landgerichtsassessor in Banz, nach Auflösung es dortigen Gerichts ab 1814 Hersbruck (Rezatkreis). In engen Kontakt mit dem dortigen Botaniker Georg Wolfgang Franz Panzer, erwarb er sich das bisher fehlende botanische Fundament seiner späteren Arbeiten. Mit Panzer verband ihn auch seine schriftstellerische Tätigleit Legte einige Gärten an und handelte mit Pflanzen. Einer der produktivsten deutschen Autoren zu landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Themen umfasst sein Werk eine unglaubliche Spannbreite über das ganze Blickfeld eines Gutsbesitzers. Mit ca. 50 Schriften zu Landwirtschaft und Gartenbau (allein Dochnahl nennt bereits 47 Titel) hat es einen Umfang an gedruckten Seiten, der seinesgleichen sucht. Seine besondere Liebe galt jedoch den Blumen. Die Übernahme des französischen "Fleuriste" als "Blumist" in das deutsche Schriftgut ist wohl maßgeblich auf ihn zurückzuführen. Aus der Fülle seiner Werke: "Die Geheimnisse der Blumisterei" (in 3 Bänden), 1822-30 (Zu Band 1 lieferte Panzer die abgekürzten botanischen Beschreibungen der Blumen), "Der schnell unterrichtende Botaniker und Blumist", 1835, "Der gut eingerichtete ökonomische Hausgarten oder das ganze des Gemüsebaues, des Obstbaues und der Baumzucht, dann der Blumengärtnerei", 1842. Von 1826 bis 1836 (alles Erschienene) war er Herausgeber der "Annalen der Blumisterei". Die jeweils 24 kolorierten ("illuminierten") Kupferstiche je Jahresband gehören zum besten der der botanischen Buchillustration des 19. Jahrhunderts. Im Band 12 befindet sich sein Lebenslauf und eine ausführliche Biographie.

Rümpler, (Johann) Theodor (*4.Januar 1817 in Alterstedt; †23.Mai 1891 in Erfurt) Autodidakt. Lehrer, seit 1873 Direktor der Landwirtschaftlichen Schule Erfurt. Aus Interesse an Botanik und Gärtnerei las Rümpler viel und eignete sich hierdurch die entsprechenden Fachkenntnisse an. Von 1860 bis Sekretär und Geschäftsführer des Erfurter Gartenbauvereins. Mit Ludwig Wittmack verfasste er das "Illustrirte Gartenbau-Lexikon", Berlin 1882. Er überarbeitete und ergänzte als Herausgeber zahlreiche Werke, z. B. das "Handbuch der Cacteenkunde" von Friedrich Carl Förster, 1886, "Schmidlin's Gartenbuch" in der 4.Aufl. 1877 (zusammen mit Theodor Nietner). "Trotz seiner umfangreichen schriftstellerischen Tätigkeit gehörte Theodor Rümpler von seiner Bedeutung her wohl eher der zweiten Reihe von Gartenbaufachleuten an, vergleicht man ihn etwa mit seinen Zeitgenossen Hermann Jäger oder Ferdinand Jühlke." (Joachim Schaier in ZANDERA, Bd.28 (2013), Nr.2). In der Fachwelt hatte er aufgrund seiner fehlenden gärtnerischen Praxis stets den Hauch des 'Abschreibers'.

Rupprecht, Helmut (*08.August 1908 in Berlin-Wedding †19. November 1990 in Berlin-Köpenick). Gärtnerisches Studium an der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt-Universität) zu Berlin. Seit 1949 ordentlicher Professor, hatte er seit 1952 den Lehrstuhl für Zierpflanzenbau inne. In den 30 Jahren seiner Lehr- und Forschungstätigkeit verfasste er einige Lehr- und Fachbücher, die in Lehre und Praxis großen Erfolg weit über die DDR hinaus hatten. U. a. „Treiben und Verfrühen von Blütengehölzen", Radebeul 1961, „Rosen unter Glas“, Berlin 1970 „Die Freesie“, Berlin 1988. 1984 und 1985 unterzog er das Standardwerk des 1972 verstorbenen Eckhard Mießner „Zierpflanzenbau“ einer gründlichen Aktualisierung und erweiterte es auf zwei Bände.

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S

Scanzoni, Erika von (*6.April 1929 in Landshut/Niederbayern; † ?). Reiseschriftstellerin und gärtnerische Autodidaktin, begann in der Süddeutschen Zeitung regelmäßig über Gartenthemen zu schreiben. Ihre umfangreichste Publikation war das sechsbändige Gartenlexikon "Büten und Farben", München 1970, das in vier Jahreszeitbände und zwei praktische thematische Ratgeber gegliedert war. Ebenfalls in den siebziger Jahren gab sie Johannes Boettners "Gartenbuch für Anfänger" für den Goldmann Verlag im Rahmen der "Gelben Reihe" als mehrbändige Taschenbuchausgabe "Boettners Gartenbuch" heraus, in der auch ihr eigenes Buch "Der Wassergarten" erschien.

Schauer, Georg Kurt (*2.August 1899 in Frankfurt a.M.; †11.Dezember 1984 in Bad Homburg). Promovierter Historiker, Buchhändler und Verleger. Im Vordergrund seines Interesses stand die Gemeinschaft, bevor er sich dem Buch als Gemeinschafts-stiftendes Element zuwandte. Er ist der Verfasser des zweibändigen Standardwerkes "Deutsche Buchkunst 1890-1960", Hamburg 1963. Über den Garten erschien 1943 sein Buch "Rosen und Tulipan, Lilien und Safran", das sich mit der Geschichte der Gartenpflanzen beschäftigt. Zwei Jahre zuvor, 1941, war Schauer mit seiner Frau jüdischer Abstammung nach Brünn übersiedelt, wo er unauffällig lebte und arbeitete. Der unverfängliche Titel ermöglichte Schauer dem ihn umgebenden Zeitgeist ein Dokument des Humanismus entgegen zu setzten und gleichzeitig seine beiden Themen, die Gemeinschaft und das Buchwesen als Teil der Gartenkultur einzubringen. Nach 1945 wurde Schauer von der Amerikanischen Miltitärregierung beauftragt, das deutsche Verlagswesen neu aufzubauen. Von 1948 bis 1972 als selbständiger Verleger im wesentlichen mit Titeln zur Buchkunst tätig.

Schmidlin, Eduard (*8.Juli 1808 in Rottenburg a. Neckar; †5.Februar 1890 in Dresden). Gelernter Gärtner, Handelsgärtner, Revolutionär des Vormärz, Botanischer Schriftsteller, Hoteldirektor, Tourismuspionier. Einer der schillerndsten deutschen Gartenbuch-Autoren dem es besonders am Herzen lag, einfachen Bürgern die Grundlagen gärtnerischen Erfolges zu vermitteln. Sein 1843 in erster Auflage erschienenes Buch "Die bürgerliche Gartenkunst oder praktische Anleitung zur zweckmäßigsten Anlage, Eintheilung und Bestellung der Haus- und Wirthschafts-Gärten" richtete sich an den schon damals typischen "Schwäbischen Häuslesbauer". Es wurde 1877 in 4.Auflage von Theodor Nietner und Theodor Rümpler überarbeitet und bis 1905 als "Schmidlin's Gartenbuch" mehrfach neu gedruckt.

Schnack, Friedrich (*15.März 1888 in Rieneck/Unterfranken; †06.März 1977 in München). Weit gereister Schriftsteller mit Neigung zu Natur und Gartengeschichte. Seine Gartenbücher vermitteln unterhaltend, teils eingebettet in eine romanhafte Handlung, vertiefende Kenntnisse über den Gartenbau und den geschichtlichen Hintergrund seiner Entwicklung und seiner Zier- und Nutzpflanzen. Lesenswert für Gartenfreunde sein Roman "Der glückselige Gärtner", 1. Auflage Leipzig 1940, und -trotz einiger fachlicher Unschärfen- seine Gartengeschichte "Traum vom Paradies", Hamburg 1962.

Schneider, Camillo Karl (*7.April 1876 in Gröppendorf bei Oschatz/Riesa; †05.Januar 1951 in Berlin-Schönefeld). Nach Gärtnerlehre Studium an der Gärtnerlehranstalt in Dresden-Laubegast unter der Leitung von Max Bertram. Dendrologe und Gartenarchiekt. U. a. war er als "Landschaftsanwalt" bei beim Bau der Reichsautobahnen für den Schutz der Landschaft zuständig. Veröffentlichte zahlreiche Fachbücher und war Mitherausgeber der "Gartenschönheit". Eine sehr ausführliche Bibliografie finden Sie hier.

Schubert, Margot (*26.November 1901 in Stendal/Altmark; †27.März 1989 in Eppelheim).

Schultze-Naumburg, Paul Eduard (*10.Juni 1869 in Almrich bei Naumburg, Sachsen; †19.Mai 1949 in Jena). Zeichner und Architekt. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges Traditionalist im Sinne einer Überhöhung der ländlichen und städtischen Idyllen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die als "Heimatschutzarchitektur" Eingang in die Architekturgeschichte fand. Als Architekt (Cecilienhof), Autor und Redakteur der Zeitschrift "Der Kunstwart" von Einfluss und Bedeutung als Reformer gegen den Stil der Gründerzeit. Sein für die Gartenkunst beachtliches Werk, die zehnbändigen "Kulturarbeiten", entstand von 1904 bis 1917. Dass es sich in zwei Bänden mit dem Garten beschäftigt, zeigt, wie wichtig ihm die Verbindung von Haus und Umgebung war. Nach dem Weltkrieg nicht wie viele Kollegen seiner Zeit der Moderne zugewandt, entwickelte er einen Kulturpessimismus, der ihn in der Folge ins Zentrum der nationalsozialistischen Kulturanschauung brachte (er war auch Reichstagsabgeordneter der NSDAP), wo er voll im Sinne der NS-Idiologie am zeitpolitischen Geschehen mitwirkte.

Sckell, Friedrich Ludwig von (*1750; †1823). Gelernter Gärtner und bedeutender Gartenkünstler, Bayerischer Hofgarten-Intendant. 1818 erschien sein grundlegendes Lehrbuch "Beiträge zur bildenden Gartenkunst für angehende Gartenkünstler und Gartenliebhaber" in dem er die Quintessenz seiner langjährigen beruflichen Erfahrungen niederlegte.

Seifert, Alwin (*31.Mai 1890 in München; †27.Februar 1972 in Dießen am Ammersee). Nach Maurerlehre und Architekturstudium Weiterbildung in Richtung Landschaftsarchitektur. Ökologe und Landschaftsschützer, wie viele seiner Zeitgenossen durch die "Heimattümelei" des NS-Regimes zunächst angezogen, distanzierte er sich zunehmend. Weitreichende Bedeutung hatte sein Wirken für die landschaftsschonende Trassenführung der Reichautobahnen. Von seinen zahlreichen Aufsätzen und Büchern sind dem Gartenfreund heute seine späten Werke "Der Kompost im Garten ohne Gifte - Fibel für kleine und große Gärtner, Bauern und Landwirte", München 1964 und vor allem Gärtnern, Ackern ohne Gift", München 1971 (letzte Auflage 2008), von praktischem Nutzen. Ein ausführlicher Lebenslauf findet sich bei Wikipedia

Settegast, Hans (*4.Juli 1852 in Oszkarten/Memelland; †4.Juli 1936 in Bad Köstritz). Promovierter Landwirt, Gründer und langjähriger Direktor der Höheren Gärtner-Lehranstalt in Köstritz. Das von ihm 1910 herausgegebene "Illustriertes Handbuch des Gartenbaues" war sehr erfolgreich und erlebte zwei weitere Auflagen (1922 und 1923).

Portrait von J.V. Sickler

Sickler, Johann Volckmar (*1742 in Günthersleben; †31.März 1820 in Kleinfahner). Theologe. Seit 1771 als Pfarrer in Kleinfahner tätig, widmete er sich der Landwirtschaft und dem Gartenbau. Schnell fand er seine Bestimmung in der Verbesserung der obstbaulichen Methoden, die er in Praxis und Studien systematisch vorantrieb. Hierfür richtete er eine eigene Baumschule ein, deren Veredelungsreiser stark nachgefragt wurden. In seiner Zeitschrift "Der teutsche Obstgärtner, die er von 1794 an herausgab, beschrieb er 432 Obstsorten. Die insgesamt 22 erschienenen Bände waren mit teils kolorierten Kupfern attraktiv ausgestattet. Aufgrund der Napoleonischen Kriege ging die Anzahl der Abonnenten jedoch so stark zurück, dass die Zeitschrift mit dem Jahrgang 1804 eingestellt werden musste.

Siebeneicher, Georg Ernst (*1914 in Kierspe/Sauerland; †13.Januar 2009 in Neu-Ulm). Gelernter Buchhändler, Publizist und landwirtschaftlicher Verleger. Seine Laufbahn als Herausgeber begann mit dem Werk von Ewald Könemann "Biologische Bodenkultur und Düngewirtschaft", Tutzing 1939, dessen Selbstverlag er in 1938 übernommen hatte. Im Verlag erschienen auch einige wegbereitende thematische Zeitschriften. Den im Laufe des Krieges verkauften Verlag erwarb Siebeneicher 1946 zurück und begann erneut mit einer verlegerischen Tätigkeit unter Britischer Lizenz. Bis 1949 erschienen zahlreiche eher kleinere Werke und Broschüren, zumeist mit praktischer Ausrichtung auf den Biologischen Garten- und Landbau. Allen gemeinsam ist die schlechte Papierqualität, die diesen Bänden nach 70 Jahren eine gewisse Seltenheit gibt. Bedeutend im vielfältigen Verlagsprogramm die Werke des bereits 1941 gefallenen Rudolf Heuson "Biologischer Wasserbau und Wasserschutz", "Bodenkultur der Zukunft" und "Die Kultivierung roher Mineralböden", alle Berlin-Charlottenburg. Mit der Herausgabe von Georg Pniower "Bodenreform und Gartenbau", Berlin Charlottenburg 1948, griff er ein aktuelles Thema auf. Erneut mit einem Werk Ewald Könemanns, der gartenbaulichen Kleinschrift "Neuzeitliche Kompostbereitung", Berlin-Kleinmachnow 1949, versuchte er verlegerisch in der DDR Fuß zu fassen. Nach der Währungsreform nahm die verlegerische Tätigkeit deutlich ab, bevor er mit der Herausgabe der Zeitschrift "Ökologischer Landbau" (später: "Garten organisch" heute "Natürlich gärtnern") Neuland betrat. Mit Beginn der 60er Jahre wirkte Siebeneicher als Herausgeber im Südwest Verlag, wiederum mit Schwerpunkt Biologischer Gartenbau. So z. B. in der Zusammenarbeit mit Gertrud Franck. Ende der 80er Jahre beendete Siebeneicher seine verlegerische Tätigkeit.

Stangl, Martin (*1926; †2006). Gelernter Gärtner und Gartenbau-Ingenieur. Verfasste seit 1964 etwa 20 Ratgeber zu praktischen Fragen des Gartens und des Obstbaus. Seine Werke erschienen ausnahmslos im BLV-Verlag. Seine Bücher sind geprägt von seinen in langen Jahren erworbenen Erfahrungen als Landesfachbeauftragter für die Bayerischen Kleingärtner. Seine erschwinglichen Bücher erlebten teils hohe Auflagen. Eine Auswahl: "kleiner garten - große freude" (1964), "bunte blütenpracht der stauden" (1966), "Martin Stangl's Garten-Jahrbuch" 1 bis 4 (1978ff), "Obst aus dem eigenen Garten" (1981), "Obstbäume schneiden und veredeln" (1992), "Stauden im Garten" (2004), die 5.Aufl. erschien anlässlich der 40jährigen Zusammenarbeit mit dem Verlag)

Strabo, Walahfried (*809; †18.August 849 in Frankreich). Benediktinermönch (Strabus: lat. der Schielende) und später Abt des Klosters auf der Insel Reichenau. Sehr an der Natur und der Botanik interessiert, schrieb er (neben zahlreichen theologischen Veröffentlichungen) um 840 in Versform das Buch "Liber de cultura hortorum", kurz als "Hortulus" bezeichnet, das zu den bedeutendsten botanischen Werken des Mittelalters zu zählen ist. Mehr

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Gabriele Tergit =Elise Reifenberg geb. Hirschmann (*4.März 1894 in Berlin; †25.Juli 1982 in London) Journalistin und Schriftstellerin, zog durch ihre kritischen Gerichtsreportagen schon früh den Hass der Nazis auf sich. Emigration 1933. Mit ihrem einzigen Gartenbuch "Kaiserkron und Päonien rot" (dessen Titel einem Gedicht von Eichendorff entnommen ist) kehrt die promovierte Autorin 1958 zu ihrem Beruf als Historikerin zurück und legt eine kenntnisreiche Geschichte der Gartenblumen vor. Ihr journalistisch geschulter Stil macht dieses Buch für jeden Gartenfreund zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.

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Wachsmuth, Brigitte (*1950; lebt in Bielefeld) Studium der Mathematik, Philosophie und Gesellschaftswissenschaften. Seit ihrer Kindheit Gärtnerin aus Leidenschaft mit einem besonderen Interesse für die Geschichte der Gartenkultur. In ihren Büchern und Aufsätzen befasst sie sich vornehmlich mit historischen Gartenpflanzen und ihrer Verwendung in den Gärten von heute. Ihre fundierte Auseinandersetzung mit dem soziokulturellen Hintergrund der Pflanzenleidenschaft früherer Epochen sind angenehm lehrreich und unterhaltend. Beispielhaft "Die Aurikel", überarb. u. erg. Neuausgabe Hamburg 2004.

Waechter, Dorothée (*6.September 1965; lebt in Essen) Ausbildung als Staudengärtnerin, Studium zum Dipl.-Ing. Gartenbau. Arbeitet als freie Gartenbaujournalistin in ihrem Folium Redaktionsbüro. Durch ihre Tätigkeit als Gartenexpertin im ARD-Morgenmagazin einem größeren Zuschauerkreis bekannt. Ihre Bücher, z.B. "Garten fix! Schnelle Lösungen für Ungeduldige" oder in der Reihe "Garten easy" richten sich mit knappen aber konkreten Ratschlägen eher an ein modernes urbane Publikum, das neben einer Vollzeit- oder Familienbeschäftigung nur wenig Zeit hat, sich um den Garten zu kümmern.

Wesselhöft, Johannes (*1831; †1917). Im Übergang von der Tätigkeit als Gärtner, zuletzt als Obergärtner des von Eichelschen Garten in Marisfeld, zum Betrieb einer eigenen "Kunst- und Handelsgärtnerei" in [Bad] Langensalza veröffentlichte er 1866 die Monographie "Der Rosenfreund", Weimar, die erste umfangreiche "Vollständige Anleitung zur Anzucht der Rose im freien Lande und im Topfe", wie der Titel weiter ausführt. Dass er den anerkannten Fachmann und Hofgärtner Hermann Jäger für das Vorwort gewinnen konnte verdeutlicht die Qualität des Buches. Konsequent setzte er sein Wissen in seiner Gärtnerei um und brachte seine weitere Erfahrung in die verbesserten Auflagen ein (letzte 7. Auflage 1892). 1884 erschien sein zweites sehr erfolgreiches Buch "Der Garten des Bürgers und Landmannes, insonderheit des Geistlichen und Lehrers auf dem Lande", Weimar, das ebenfalls 7 Auflagen, die letzte 1922, erlebte. Besonders das Rosenbuch ist heute noch so gefragt, dass es in vielfältigen Reprints im Handel ist.

Wiepking-Jürgensmann, Heinrich

Wilzcek, Carl

Wimmer, Clemens Alexander (*1959 in Berlin; lebt in Potsdam). Nach dem Studium Habilitation in Gartendenkmalpflege. Freischaffender Gartenplaner und Publizist, Herausgeber der ZANDERA, der Zeitschrift der Bücherei des deutschen Gartenbaues in Berlin. Für Freunde des Gartenbuches hat die "Bibliographie der deutschen Gartenbücher 1471-1750", Nördlingen, 2003, (mit Iris Lauterbach) besondere Bedeutung, da sie Dochnahls "Bibliotheca Hortensis" um die früher erschienenen Gartenbücher ergänzt.

Wirth, Peter

Wittmack, Ludwig (*1839 in Hamburg; †1929 in Berlin). Botaniker. Honorarprofessor an der Universität Berlin und Geheimer Regierungsrat.

Wocke, Erich (*1863 in Breslau; † 25.August 1941 in Oliva). Gelernter Gärtner, spezialisierte sich frühzeitig auf Alpenpflanzen und Steingarten. Wirkte nach Lehrzeit und Auslandstätigkeit (u.a. in Italien) in Berlin am Königlichen Botanischen Garten Schöneberg, in Zürich als Leiter des Alpenversuchsgartens und bis zu seinem Ruhestand 1929 in Oliva als Gartendirektor des Schlossparks. Seine fundierten Schriften trugen zur Popularität von Steingärten und Alpinum in Deutschland bei: "Die Alpen-Pflanzen in der Gartenkultur der Tiefländer", Berlin 1898. (ab 2.Auflage unter dem Titel "Die Kulturpraxis der Alpenpflanzen und ihre Anwendung im Steingarten und Alpinium.", Berlin 1928), "Illustriertes Gehölzbuch für Gartenfreunde und Gärtner", Frankfurt a.d.Oder 1910, "Der Steingarten, seine Anpflanzung und Pflege", Berlin 1926.

Wredow, Johann Christoph Ludwig (*1773; †1823). Pfarrer in Mecklenburg. Verfasste 1818 den "Gartenfreund". Ein Handbuch, in dem er seine auf das norddeutsche Klima ausgerichteten Erfahrungen zusammenfasste. Durch seine unmittelbare Anwendbarkeit wurde es sehr populär und bis ins 20.Jahrhundert hinein mehrfach überarbeitet, ergänzt (u.a. von Heinrich Gaerdt) und mindestens 19 mal neu aufgelegt. Harri Günter stellt den "Gartenfreund" in seinem Vorwort zur Neuausgabe von Elsholtz' "Vom Garten-Baw" nicht zu Unrecht in dessen direkte Nachfolge.

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Zander, Robert (*26.Juli 1892 in Magdeburg; †8.Mai 1969 in Berlin) Botaniker mit gärtnerischen Wurzeln (Vater Gärtnereibesitzer) und als Gartenbauwissenschaftler Experte für gärtnerische Nomenklatur. Sein bedeutendstes Buch "Handwörterbuch der Pflanzennamen", kurz: "Der Zander" ist seit der 1.Auflage 1927 der unverzichtbare Begleiter jeden Botanikers und Gärtners. Die 7. -9.Auflage erschien in Zusammenarbeit mit Fritz Encke, der auch bei den nächsten posthumen Auflagen die Herausgabe übernahm. Weitere bedeutende Schriften: "Zanders großes Gartenlexikon", 1934; "Die Kunst des Pflanzenbeschreibens", 1.Aufl. 1929; "Geschichte des Gärtnertums", Stuttgart 1952. Darüber hinaus war er Schriftleiter mehrerer Zeitschriften, u.a. der "Gartenflora". Große Verdienste erwarb er sich um die Bücherei des deutschen Gartenbaues, die er über die Wirren des letzten Krieges rettete und zusammen hielt. An ihn erinnern die halbjährlichen Mitteilungen, die unter dem Namen "ZANDERA" erscheinen.

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Unser Leistungsspektrum: gebrauchte und antiquarische Gartenbücher zu den Themen:
Alpengarten – Alpinum – Barockgarten – Baumschnitt – Biogarten – Blumengarten – Botanische Gärten – Bundesgartenschauen – Chinesischer Garten – Cottage Garten – Dachgarten – Floren – Englischer Garten – Formaler Garten – Französischer Garten – Gartenarchitektur – Gartenbauausstellungen - Gartenbelletristik - Gartenblumen – Gartengestaltung – Gartendenkmalpflege – Gartenfiguren – Gartengeschichte - Gartenlexika – Gartenkunst – Gartendekoration – Gartenkataloge – Gartenpflege – Gartenkrimi – Gartenpoesie – Gartenpraxis – Gartenskulpturen – Gartentechnik - Gartentheorie - Gartenhandbücher – Gartenansichten – Gartenmonografien – Gartenzeitschriften – Gemüsebau –Hausgarten – Holländischer Garten – Italienischer Garten – Japanischer Garten – Kinder im Garten – Kleingarten – Klostergarten – Kräutergarten – Kübelpflanzen – Küchengarten - Landhausgarten – Landschaftsgarten – Lehrbücher – Mediterrane Gärten – Naturgarten – Obstbau – Obstgarten – Pomologie – Niederländischer Garten – Renaissancegarten – Schrebergarten – Siedlergarten – Schulgarten – Sortenlisten – Staudengarten – Steingarten – Teichgarten – Tiere im Garten – Vertikale Gärten – Villengarten – Vorgarten – Wassergarten – Wohngarten – Zengarten – Zustandsgarten
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