Die Heranführung von Kindern an Natur und Garten liegt uns besonders am Herzen

 

Ein geschwisterpaar im eigenen GemüsegartenDie eigenen Kinder frei und doch behütet aufwachsen zu lassen, ist seit Generationen ein Ideal elterlicher Vorstellungen und lässt sich besonders gut im eigenen Garten realisieren.

Abgeschirmt von den Risiken des Straßenverkehrs können die Kinder Kontakt zur Natur aufnehmen, spielerisch das Werden und Vergehen über die Jahreszeiten erleben. Die Beschäftigung mit den Pflanzen, Kräutern und Blumen lehrt den Respekt vor der Natur und bildet die Grundlage für das spätere Verständnis einer ressourcenschonenden und gesunden Lebensweise als Erwachsener.

Auch wenn die Aufmerksamkeitsspanne von KIndern nicht lange anhält, so ist es doch sinnvoll, sie in die Pflege des Gartens mit einzubeziehen. M. Dunkler schreibt 1898 in der Zeitschrift "Der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau" folgendes:

"Kinder als Helfer im Garten.

Gut angeführt sind Kinder treffliche Helfer im Kampfe gegen Ungeziefer und Unkraut. Der Vorteil ist ein doppelter, nämlich für den Garten, oder für den Gartenbesitzer und nicht weniger für die Kinder.
So helfen mir die Kinder mit Vorliebe beim Ablesen der Raupen und Larven. Durch einen Trauerfall eine Woche vom Garten abgehalten, fand ich bei der Rückkehr alle Stachelbeersträucher von der Larve der Stachelbeerblattwespe befallen. Ein Strauch hatte schon alles Laub verloren, begann an das Verderben erst. Was thun? Kalken? Jawohl, aber die Früchte mit. Dadurch werden diese minderwertig. Da können Kinder helfen. Ein halbes Dutzend begann gleich die Arbeit, jeder Strauch wurde einer eingehenden Besichtigung unterworfen und jedes Kind zählte die gefangenen Räupchen:‘ Obschon weit über 100 Sträucher befallen waren, war die Arbeit am ersten Tage in ein paar Stunden vollendet. Von einzelnen Sträuchern waren über hundert Tiere abgelesen worden. Am zweiten Tage dieselbe Arbeit, mit Bienenfleiß durchmusterten die Kinder die einzelnen Zweiglein; an Sträuchern, wo gestern hundert gefangen wurden, fanden sich heute zehn und nach ein paar Tagen fanden auch die eifrigsten Sucherinnen keine mehr. Die Plage war abgewandt, während in der Nachbarschaft die Beerensträucher (die Tiere gingen, nachdem die Stachelbeeren abgefressen, auch auf Johannisbeeren) dürren Reisern gleichen, an welchen die hängengebliebenen Beeren sich merkwürdig abheben.
Kommen die Kohlraupen, nur die Kinder auf die Felder! Sie lernen leicht durch die Reihen zu geben, ohne die Pflanzen zu beschädigen und sind dann unbezahlbare Helfer. Ihren scharfen Augen entgehen die Tiere nicht und ihre kleinen Finger, greifen geschickter zu, als die arbeitssteife und harte Hand des erwachsenen Arbeiters. Hat man ein paar gut angelernte Kinder jeden Tag zur Verfügung, sei es auch nur ein paar Stunden, so kommt nicht viel Ungeziefer auf. Sie lernen bald die Schädlinge kennen und von den nützlichen Insekten unterscheiden und erwerben sich so eine praktische Naturkenntnis, die für ihr künftiges Leben Wert hat. Solche Kinder werden nicht die Larven der Schwebefliege, des Marienkäferchens u. s. w. töten, auch die nützlichen Laufkäfer nicht mit Füßen tottreten, ebenso natürlich auch die Vögel als nützliche Tiere nicht verfolgen. Sie werden vielmehr ihre Kameraden davon abhalten.
Etwas schwieriger sind die Kinder im Kampfe gegen das Unkraut zu verwenden. Auch hier ist Anlernen die Hauptsache. Zuerst Iernen sie das Unkraut aus Wegen und Hecken entfernen, dann geht‘s ans Salatfeld, da der Salat sich wohl am wenigsten, mit Unkraut verwechseln läßt, dann an die anderen Felder. Ehe die Kinder an ein Feld gestellt werden, lernen sie genau die darauf wachsende Kulturpflanze kennen, alles andere dürfen sie ausziehen.
Sie lernen das Unkraut mit zwei Fingern unterhalb des Wurzelhalses fassen, damit die Wurzeln mit herauskommen, und werden darüber belehrt, wie dadurch doppelte Arbeit gespart wird.
Sie lernen hocken und knien ohne die Füße zu bewegen, damit sie auf den hinter ihnen liegenden Beeten keinen Schaden anrichten.
Ich sage noch einmal, 3—4 gut angeführte Kinder sind ein Segen für jeden Garten, und jeder Gartenfreund wird solche gegen eine kleine Belohnung (am Ende der Woche) haben können, wo nicht eigene Kinder vorhanden sind, die im Garten helfen können.
Ein anderes Bild: Die Kinder liegen auf der Straße, treiben sich ohne Aufsicht herum und nehmen Vogelnester aus oder hocken in der Stube und die Gärten ersticken im Unkraut und werden vom Ungeziefer kahlgefressen! Und nun noch ein Hauptgrund: Es werden Gartenfreunde!
Durch die leichte Beschäftigung im Garten, durch die Anleitung, die sie erhalten, durch die Freude die erlangten Kenntnisse auch praktisch auszuüben, durch die Erfolge, die sie dadurch erzielen, bekommen sie selbst Freude daran und behalten sie auch! Und gesund ist‘s auch. Also herein mit den Kindern in den Garten, nicht heraus, aber Aufsicht muß immer, immer, immer, dabei sein."

 

Einhergehend mit der zunehmenden Landflucht und Verstädterung des Menschen wird der Garten bereits in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts zum Thema in der Erziehung und Gesundheit der Kinder. Vielfach in leicht lernbarer Versform geschrieben, haben sich viele Zeilen bei den Menschen oft bis ins hohe Alter eingeprägt und halten die Erinnerung an glückliche Zeiten der eigenen Kindheit wach. Schon in der damaligen Zeit wurde die positive Wirkung des Gartens auf die Physis des Kindes erkannt, heute ist die Bedeutung eines natürlichen Umfeldes auch auf die Entwicklung und die Psyche des Heranwachsenden unbestritten.

Heute gibt es eine große Menge an Büchern, die sich mit dem Thema kindgerechter Garten auseinander setzen, kein Aspekt bleibt unberücksichtigt:Ein kleiner Junge klettert im Baum

  • Wie gestalte ich den Garten kind- und altersgerecht?

  • Welche (Gift)Pflanzen muss ich meiden, welche sind strapazierfähig und ausdauernd?

  • Welches Spielgerät ist sinnvoll und ungefährlich, wie baue ich es selbst?

  • Was kann ich mit meinem Kind im Garten unternehmen?

  • Wie ernähre ich mein Kind gesund aus dem eigenen Garten?

  • Wie erkläre ich meinem Kind die Natur im Garten?

  • usw. usw.

Tipp: Essbar und dekorativ sind Ringelblumen (Calendula officinalis) und die Blüten der Indianernessel (Monrade didyma), die nach Zitrone schmecken.

Der jeweilige Zeitgeist der gerade gültigen oder angesagten Erziehungsmethoden spiegelt sich natürlich entsprechend in Text, Bild und Aufmachung wider. Die Bibliotheca Botanica möchte Ihnen eine möglichst breite antiquarische Auswahl bieten, da viele Werke wegen "mangelnder Modernität" in Vergessenheit geraten sind und heute im Buchhandel nicht mehr erhältlich sind. Aufgrund der Rückbesinnung auf Natur und Umwelt sind sie jedoch von den jungen Eltern heute jedoch wieder heiß begehrt. Oftmals suchen Mütter und Väter nach "ihrem" Kinderbuch, das ihnen aus der eigenen Kindheit unvergessen ist und an dem nun auch die eigenen Kinder Freude haben sollen. Hier können manchmal nur Reprints oder Faksimiles helfen, da das Segment Kinder-Gartenbücher" unter Sammlern alter Kinderbücher viel beachtet ist und einen hohen Stellenwert einnimmt und viele Originalausgaben schon aus preislichen Gründen nicht mehr in Kinderhände gehören.

 

Was wäre unser Garten ohne dich, mein Kind!

...du verwandelst ihn mit deinen Schritten:
Die rot und gelb geflammten Tulpen stehen
Spalier um deinen Tanz, du wirst inmitten
der Hyazinthen deinen Reigen drehen,

Ob du dich auf der Schaukel höher schwingst,
ob du mit unserm jungen Schäferhunde
auf bloßen Füßen um die Wette springst,
es ist des Frühlings zarte Morgenstunde.

Da wird die Heimaterde zum Vertrauten.
Die Sträucher sind wie freundliche Gefährten,
die Blumen, die wir hier im Garten bauten,
sind Freunde, die sich lebenslang bewährten.

Wo du, mein Kind, mit deinem Lächeln bist,
da stehn die Bäume hoch und königlich,
da blaut der Himmel seidig wie Batist.
Was wäre unser Garten ohne dich!

(Hermann Gerstner)
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